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    Luxemburg

    Inflation in Euro-Ländern schwächt sich erneut ab

    Die Inflation in den Euro-Ländern ist zu Jahresbeginn überraschend weiter gesunken. Die jährliche Teuerungsrate sank im Januar im Vergleich zum Vormonat von 0,8 auf 0,7 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg meldete.

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    Die niedrigen Inflationsraten schüren angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in vielen Euro-Staaten die Angst vor einer Deflation.
    Foto: Oliver Berg - DPA

    Analysten hatten einen Anstieg erwartet. Grund für den Rückgang sind vor allem sinkende Energiepreise. Zugleich verharrt die Arbeitslosigkeit in der Währungsunion auf hohem Niveau, im Dezember betrug die Quote wie in den Vormonaten zwölf Prozent.

    Volkswirte rechnen daher damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter lockern wird, einige erwarten sogar eine nochmalige Zinssenkung. Bei der Sitzung am kommenden Donnerstag (6.2.) dürfte der EZB-Rat aber nach gängiger Meinung noch nicht handeln.

    Hauptgrund für die schwächere Inflation zur Jahresbeginn sind vor allem rückläufige Energiepreise, die 1,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr lagen. Zudem schwächte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln leicht ab. Mit den neuen Zahlen entfernt sich die Inflationsrate wieder vom Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent, bei der die Währungshüter die Preisstabilität gewahrt sehen.

    Die niedrigen Inflationsraten schüren angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in vielen Euro-Staaten die Angst vor einer Deflation. Dabei kommt bei anhaltend sinkenden Preise eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang, bei der Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter fallender Preise sich bei Käufen und Investitionen zurückhalten. Japan steckt in dieser Falle seit den 90er Jahren, scheint sich jetzt aber durch Konjunkturprogramme und enorme Geldspritzen davon befreien zu können.

    Denkbar sind nach Ansicht von Volkswirten, dass auch die EZB reagiert mit einer zusätzlichen Zinssenkung - oder auch mit weiteren langfristigen Geldspritzen für die Banken bis hin zu Wertpapierkäufen im Stil der US-Notenbank Fed. Bei deflationären Tendenzen werde man eingreifen, hatte EZB-Präsident Mario Draghi versichert. Im November hatte die EZB überraschend auch wegen der niedrigen Inflationsraten den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

    «Wir halten eine weitere Senkung der Leitzinsen weiter für etwas wahrscheinlicher als andere Optionen», schreibt die Commerzbank. Nächste Woche dürfte die EZB aber «noch stillhalten».

    Nach letzten Aussagen der EZB droht derzeit weder nennenswerte Inflation noch Deflation. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte am Freitag: «Meiner Ansicht nach gibt es kein Risiko einer Deflation.»

    Unterdessen bleibt die Arbeitslosigkeit in den Euro-Ländern auf hohem Niveau. Von den Menschen im erwerbsfähigen Alter hatten im Dezember etwas mehr als 19 Millionen keinen Job - das entsprach einer Quote von 12,0 Prozent. Diese Rate blieb seit Oktober stabil, wie sich aus den revidierten Zahlen der Statistiker ergibt. Zuvor hatte die Quote monatelang auf dem Rekordwert von 12,1 Prozent gelegen. Besonders betroffen sind die südeuropäischen Krisenländer Griechenland und Spanien, wo jeder Vierte im erwerbsfähigen Alter ohne Arbeit ist.

    Gute Nachrichten gab es bei der Jugendarbeitslosigkeit in den Euro-Staaten: Die Quote fiel im Dezember von 24 auf 23,8 Prozent - das war der erste Rückgang seit Mai letzten Jahres. Der EU-Gipfel hatte im Sommer 2013 eine «Jugendgarantie» beschlossen. Dabei sollen innerhalb von vier Monaten junge Männer und Frauen entweder eine Arbeit, einen Praktikums- oder Weiterbildungsplatz finden. Die EU stellt dafür bis zum Jahr 2020 sechs Milliarden Euro bereit.

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