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Peking

Immobilienmarkt und Auslandsinvestitionen in China stark abgekühlt

dpa

Die Aussichten für das Wachstum in China haben sich überraschend verschlechtert. Die ausländischen Direktinvestitionen brachen im Juli um knapp 17 Prozent drastisch ein, wie das Pekinger Handelsministerium am Montag berichtete.

Chinas Immobilienpreise
Modell eines Wohnungsbauvorhabens auf einer Messe in Peking.
Foto: Diego Azubel/Archiv – DPA

Auch kühlte sich der Immobilienmarkt spürbar ab. Experten erwarten keine schnelle Besserung, sondern rechnen in der zweiten Jahreshälfte nur noch mit gedämpftem Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Das Handelsministerium sah keine Verbindung zwischen den laufenden Ermittlungen wegen Preisabsprachen gegen ausländische Hersteller und dem Einbruch bei den Investitionen aus dem Ausland.

Sie fielen auf 7,81 Milliarden US-Dollar und erreichten den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. «Wir nehmen nicht nur ausländische Unternehmen ins Visier», sagte der Sprecher des Handelsministeriums, Shen Danyang.

Seit Wochen ermitteln Chinas Preiswächter wegen illegaler Vorgaben gegen Autohersteller im Oberklasse-Markt, der von deutschen Autobauern dominiert wird. Wie Staatsmedien berichteten, sind Beweise gefunden worden, dass nicht nur BMW und Audi, sondern auch Daimler seine Monopolstellung bei Ersatzteilen und Wartung ausgenutzt habe. Dem Stuttgarter Autobauer droht damit ebenfalls eine Geldstrafe.

In den ersten sieben Monaten des Jahres gingen die ausländischen Direktinvestitionen um 0,35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Im Juni hatte es nur eine minimale Steigerung um 0,2 Prozent gegeben, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Dagegen stiegen die chinesischen Investitionen im Ausland im Juli überraschend stark um 84,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten waren es damit vier Prozent.

Nicht nur der Rückgang der ausländischen Investitionen, sondern auch der schwache Immobilienmarkt könnten das Wachstum in China weiter bremsen, warnten Experten. Die Immobilienpreise gingen in 64 von 70 Städten zurück, während es im Vormonat 55 Metropolen waren, wie das Statistikamt berichtete. Einen derart starken Rückgang habe es seit der Umstellung der Erhebungsmethode Anfang 2011 noch nicht gegeben, hieß es. Experten rechnen vorerst nicht mit einer Erholung.

Erstmals gingen die Preise auch in der Hauptstadt Peking um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. In der ostchinesischen Hafenstadt Shanghai fielen sie um 1,2 Prozent, in der bedeutenden Wirtschaftsmetropole Guangzhou in Südchina um 1,3 Prozent.

«Der Druck auf die Preise und Immobilienaktivitäten könnte sich noch verschlimmern, bevor es wieder besser wird», sagte der China-Ökonom Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland. In den nächsten Monaten könne es eine weitere Lockerung der strengen Kontrolle von Hauskäufen geben. Langfristig seien die Aussichten auch gar nicht so schlecht. Doch eine Rückkehr zu den hohen Wachstumsraten wie in den vergangenen zehn Jahren erwartet Experte Kuijs nicht.

Wirtschaft
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