40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » Wirtschaft
  • » Hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa: Deutschland will ausbilden
  • Aus unserem Archiv
    Schwerin

    Hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa: Deutschland will ausbilden

    Wirtschaftsstarke Länder wie Deutschland stehen nach Überzeugung von Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise in der Pflicht, Süd- und Osteuropa bei der Bekämpfung der extrem hohen Jugendarbeitslosigkeit zu helfen.

    Jugendarbeitslosigkeit
    Eine Demo in Berlin gegen Jugendarbeitslosigkeit: In Ländern Südeuropas hat jeder zweite junge Mensch keinen Job.
    Foto: Maurizio Gambarini - DPA

    «Wenn die erste Erfahrung im Berufsleben Arbeitslosigkeit ist, hat das fatale Folgen. Wie soll man dann noch junge Leute für unser Wirtschaftssystem und für Europa begeistern», sagte Weise am Donnerstag auf einer Fachkonferenz in Schwerin. Die Tagung wurde veranstaltet von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (BA).

    Jüngsten Angaben zufolge liegt die Jugendarbeitslosigkeit in südeuropäischen Krisenländern wie Spanien und Griechenland bei 50 bis 60 Prozent. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten als Reaktion darauf die sogenannte Jugendgarantie beschlossen.

    Danach sollen arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren binnen vier Monaten ein Angebot für einen Job, eine Ausbildung oder zumindest ein Praktikum bekommen. Laut Weise stehen dafür insgesamt acht Milliarden Euro bereit.

    Für junge Leute aus Krisenländern könne auch eine Berufsausbildung in Deutschland Sprungbrett ins Berufsleben sein. Im Programm MobiPro EU stelle die Bundesregierung insgesamt 360 Millionen Euro dafür bereit.

    Das Interesse sei groß, sagte Weise. «Die duale Ausbildung bei uns hat ihre Vorzüge. Und der große Vorteil der Arbeitnehmerfreizügigkeit ist ja, dass die jungen Leute nach Abschluss der Ausbildung selbst entscheiden können, wo sie arbeiten wollen», sagte der BA-Vorstandsvorsitzende.

    Die Situation sei vergleichbar mit den Nachwendejahren, als junge Ostdeutsche mangels beruflicher Perspektiven in der Heimat zur Ausbildung in die Schweiz oder nach Österreich gegangen seien. «Einige blieben dort, andere kehrten zurück, als sich die wirtschaftliche Situation verbesserte», erklärte Weise.

    Wie Frank Böttcher von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der BA sagte, liegen bislang 9000 Anträge für Ausbildungen oder Praktika in Deutschland vor. Knapp die Hälfte der Bewerber habe mit Vorbereitungskursen begonnen. «Wir sind damit schon an der Finanzgrenze für dieses Jahr», sagte Böttcher.

    Für 2014 stünden 48 Millionen Euro zur Verfügung. Die deutsche Wirtschaft könne von einer solchen Zuwanderung profitieren, denn immer häufiger blieben Lehrstellen unbesetzt, Fachkräftemangel drohe.

    Nach Angaben von Alexandra Ioannidou, derzeit für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Athen tätig, ist in Griechenland weniger die Ausbildung als vielmehr der Mangel an Jobs das Problem. «Zwei von drei jungen Leuten erwägen deshalb bereits, ins Ausland zu gehen. Und anders als in den 60er Jahren sind es nun die gut ausgebildeten Fachleute, die dem Land den Rücken kehren. Denn selbst Ingenieure, IT-Spezialisten und Ärzte finden keine Arbeit», erklärte sie.

    Wirtschaft
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Eugen Lambrecht
    0261/892448
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    9°C - 21°C
    Donnerstag

    12°C - 21°C
    Freitag

    11°C - 17°C
    Samstag

    11°C - 17°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!