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Hauptstadtflughafen wird erst 2012 eröffnet

Schönefeld/Berlin (dpa) – Vom neuen Berliner Großflughafen in Schönefeld werden die ersten Maschinen erst im Sommer 2012 starten. Die Eröffnung des Milliardenprojekts wurde am Freitag um sieben Monate auf den 3. Juni 2012 verschoben.

Hauptstadtflughafen später fertig
Die Bauarbeiten für den zukünftigen Airport Berlin Brandenburg International (BBI) verzögern sich.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sah sich zu dem Beschluss gezwungen, weil neuartige, platzraubende Prüfgeräte bei der Sicherheitskontrolle umfangreiche Umbauten am Terminal nötig machen. So werden nun rechts und links des Empfangsgebäudes zusätzlich zwei Pavillons errichtet. Hintergrund sind neue Bestimmungen der Europäischen Union (EU) für Flüssigkeiten im Handgepäck.

Der Aufsichtsratschef, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), sagte in Schönefeld, man sei zu der Auffassung gekommen, «dass es zu riskant wäre, den Termin 30. Oktober 2011 zu halten, weil wir nicht ausschließen können, dass wir mehr Zeit brauchen». Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) meinte, es habe keinen Sinn, «einen Eröffnungstermin um jeden Preis halten zu wollen».

Der Hauptstadtflughafen ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg. Er wird am Tag seiner Eröffnung den bisherigen Schönefelder Airport und Berlin-Tegel ersetzen und dann der drittgrößte deutsche Flughafen sein. Er ist zunächst auf 27 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt.

Wowereit sagte, die Flughafengesellschaft wolle einen Umbau bei laufendem Betrieb kurze Zeit nach der Eröffnung vermeiden. Die nun beschlossene Verschiebung koste inklusive Umbauten 112 Millionen Euro. Außerdem entgingen dem Flughafen in den sieben Monaten Verschiebung etwa 26 Millionen Euro an Einnahmen.

Die beiden Pavillons allein kosten 40 Millionen Euro, für die Umbauten am Terminal kommen 10 Millionen Euro hinzu. Für die Umplanung und Beschleunigung der Bauarbeiten werden nach Berechnung der Flughafengesellschaft weitere 62 Millionen Euro fällig.

In den Pavillons wird 2013 ein Teil der neuen Sicherheitsschleusen untergebracht. Sie benötigen etwa doppelt so viel Platz wie ihre Vorgängermodelle. Die neuen Prüfgeräte können auch gefährliche Flüssigkeiten erkennen. Ende April hatte die EU-Kommission eine Verordnung erlassen, nach der von April 2013 an wieder Getränke und andere Flüssigkeiten im Handgepäck zugelassen sind. Deren Mitnahme an Bord ist seit einem versuchten Terroranschlag in London 2006 verboten.

Trotz der Mehrkosten soll der Finanzierungsrahmen des Projekts mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro nicht erhöht werden. Flughafen-Geschäftsführer Rainer Schwarz sagte, es gebe Budgetreserven, die ausgeschöpft werden könnten.

Wirtschaft
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