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    Hannover Rück: Kunden bleiben trotz höherer Prämien

    Großschäden und Katastrophen haben 2010 auch bei der Hannover Rück die Prämien leicht steigen lassen - die meisten Kunden halten dem drittgrößten Rückversicherer der Welt aber trotz höherer Kosten die Treue.

    Hannover Rück
    Wintersturm, Erdbeben, Ölpest: Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat im ersten Halbjahr unerwartet hohe Schadenbelastungen hinnehmen müssen.

    Zum Jahreswechsel wurden in der Schaden-Rückversicherung Verträge im Wert von knapp drei Milliarden Euro erneuert, wie Vorstandschef Ulrich Wallin in Hannover sagte. «Die Runde lief für uns besser als erwartet.» Insgesamt standen Verlängerungen über 3,28 Milliarden Euro an. Die Höhe der Schäden durch die Unruhen in Ägypten und Tunesien sei noch unklar.

    Während der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr etwas schwächer war, gelang es der Hannover Rück, in der Offshore-Energie und Luftfahrt höhere Preise durchzusetzen. Alle verlängerten Verträge hatten auch dank dieser Entwicklung einen Wert von rund 3,35 Milliarden Euro.

    Im laufenden Jahr peilt die Hannover Rück einen Gewinn von 650 Millionen Euro an. Anfang Januar hatte die Führung für 2010 einen Überschuss von mehr als 700 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

    Bei der Absicherung anderer Versicherungsunternehmen, die weltweit Schutz gegen Katastrophenfälle bieten, gingen die Preise im Schnitt zurück - vor allem in den USA, wo es keine so starke Hurrikan-Saison gab wie in manchen Vorjahren. In einigen Brennpunkten mussten jedoch riesige Schäden beglichen werden, die Raten legten zu. Nach dem Erdbeben in Chile im Februar wuchsen sie um bis zu 40 Prozent.

    Versicherer der Energie- und Transportbranche mussten besonders nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mehr für den eigenen Schutz zahlen. Infolge des Unglücks auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» stieg das entsprechende Prämienvolumen um ein Fünftel.

    Wie groß die Belastungen durch die verheerenden Überschwemmungen in Australien werden könnten, ließ Vorstand Jürgen Gräber offen: «Wir arbeiten fieberhaft an einer Einschätzung, das ist zurzeit aber noch sehr schwer.» Die Risikoprognosen blieben vorerst unverändert. «Auch Tunesien und Ägypten bereiten uns keine schlaflosen Nächte.»

    Empfindlich abwärts ging es dagegen bei der Kreditrückversicherung mit einem Prämien-Minus von 11 Prozent. «Hier gibt es Überkapazitäten in erheblichem Ausmaß», sagte Gräber. Das Volumen bleibe aber hoch. «Wir liegen 50 Prozent über dem Niveau zu Beginn der Finanzkrise.»

    Wirtschaft
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