40.000
Aus unserem Archiv
Erfurt

Gericht entscheidet über Zeitarbeitsgewerkschaften

dpa

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) wird voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Tariffähigkeit der christlichen Zeitarbeitsgewerkschaften entscheiden. «Die Anhörung ist für Dezember vorgesehen», sagte die Präsidentin des höchsten deutschen Arbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, der Nachrichtenagentur dpa.

Bundesarbeitsgericht
Das Gebäude des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt: In der Zeitarbeitsbranche wird über eine bessere Bezahlung von Leiharbeitern gestritten.

Das Landesarbeitsgericht wie das Arbeitsgericht in Berlin halten die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) für nicht tariffähig. Sollte sich das Bundesarbeitsgericht dieser Auffassung anschließen, wären die von dieser Spitzenorganisation vereinbarten Tarifverträge hinfällig. Die großen DGB-Gewerkschaften werfen der CGZP vor, mit Billigtarifverträgen das Lohnniveau für Leiharbeiter im Sinne der Arbeitgeber nach unten zu drücken.

In der nach der Wirtschaftskrise wieder boomenden Zeitarbeit wird schon lange um einen gesetzlich fixierten Mindestlohn für die gesamte Branche gerungen. Die Entlohnung der Leiharbeiter ist derzeit zumeist in Tarifverträgen geregelt, die durchweg schlechtere Bedingungen enthalten als jene für die Stammbelegschaft.

Möglich macht das eine noch von Rot-Grün beschlossene Tariföffnungsklausel, die es erlaubt, von dem gesetzlich fixierten Prinzip des gleichen Lohns für gleiche Arbeit nach unten abzuweichen.

Bei der CGZP müssen die Bundesrichter nun bewerten, ob diese überhaupt genug Gewicht haben, um mit Arbeitgebern Tarifverträge abschließen zu können. «In Deutschland gibt es kein Zertifizierungsverfahren für Arbeitnehmervereinigungen», sagte BAG- Präsidentin Schmidt.

«Für den Abschluss von Tarifverträgen muss eine Organisation hinreichend stark und mächtig sein, um ihre Interessen gegenüber der anderen Seite durchsetzen zu können.» Kriterien dafür sind unter anderem die Mitgliederstärke, der Organisationsgrad und die Finanzausstattung. «Wird diese Durchsetzungskraft angezweifelt, kann sie auf gerichtlichem Wege festgestellt werden», erklärte Schmidt.

Mindestens zwölfmal hat das BAG seit 1968 über die Tariffähigkeit von Arbeitnehmervertretungen geurteilt. Eine Hand voll der Entscheidungen betraf christliche Gewerkschaften, denen Kritiker immer wieder arbeitgeberfreundliche Abschlüsse vorwerfen. Die Bundesrichter erkannten von den christlichen Organisationen bislang einzig die Christlichen Metaller (CGM) im Jahr 2006 als Gewerkschaft an.

Wirtschaft
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Lokalticker
  • Regionalsport
  • Newsticker
Das Wetter in der Region
Freitag

10°C - 26°C
Samstag

12°C - 20°C
Sonntag

11°C - 22°C
Montag

6°C - 16°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

UMFRAGE
Was halten Sie von Maaßens Beförderung zum Staatssekretär im Innenministerium?

Hans-Georg Maaßen ist nach seinen umstrittenen Äußerungen zu ausländerfeindlichen Angriffen in Chemnitz seinen Posten als Verfassungsschutzpräsident los. Allerdings ist er nun zum Staatssekretär im Innenministerium befördert worden. Was halten Sie davon?

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Onliner vom Dienst
Marius Reichert
Mail | 0261/892 267
Abo: 0261/98362000

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!