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Fairfield

General Electric spürt wirtschaftlichen Aufwind

Die wirtschaftliche Erholung ist nun auch beim US-Mischkonzern General Electric (GE) angekommen – die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise schlugen sich aber noch in einem Gewinneinbruch zum Jahresanfang nieder.

General Electric
General Electric Konzernchef Jeff Immelt.

«Das Umfeld von GE hat sich im ersten Quartal 2010 weiter aufgehellt», sagte Konzernchef Jeff Immelt am Freitag. «Wir haben ermutigende wirtschaftliche Zeichen gesehen.» Selbst mit der Leistung der problematischen Finanzsparte zeigte er sich am Sitz in Fairfield (US-Bundesstaat Connecticut) zufrieden. Sie habe das Schlimmste überstanden.

GE mit seinen rund 300 000 Mitarbeitern in über 100 Ländern gilt angesichts der breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte Wirtschaft. Der Siemens-Konkurrent baut Kraftwerkskomponenten genauso wie Computertomographen. Die Finanzsparte ist einer der größten Finanziers der Vereinigten Staaten. Und mit einer Minderheitsbeteiligung an NBC Universal ist der Konzern auch im Film- und TV-Geschäft aktiv.

Der Konzernumsatz von GE sank im Vergleich zum Vorjahresquartal nur noch um 5 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging unterm Strich um 31 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar zurück. Damit schnitt der Siemens-Rivale GE besser ab als Analysten erwartet hatten. Vor Eröffnung der Börse in New York stieg die Aktie um mehr als 2 Prozent und kletterte somit auf den höchsten Stand seit November 2008.

Die Anstrengungen beim Umbau des Unternehmens trügen nun Früchte, stellte Immelt fest. Für das weitere Jahr sieht er Raum für Verbesserungen. Um die Gewinne wieder auf alte Höhen zu schrauben, erwägt die Konzernführung weitere Einschnitte. Tausende Mitarbeiter mussten bereits gehen. Besonders die Finanzsparte hatte Immelt nach den schlechten Erfahrungen in der Finanzkrise deutlich gestutzt.

Entsprechend büßte die Finanzsparte GE Capital im ersten Quartal 10 Prozent ihres Geschäfts ein. Der operative Gewinn gab um 41 Prozent auf 600 Millionen Dollar nach. Das Immobiliengeschäft landete abermals tief in den roten Zahlen. Viele Büros, Läden und Fabrikhallen stehen in Folge der Wirtschaftskrise leer. Die Mieten bleiben aus, viele Schuldner können deshalb ihre Raten nicht mehr zahlen.

Dagegen griffen die Einsparungen im größeren industriellen Teil des Konzerns. Trotz eines Umsatzrückgangs um 7 Prozent im Energie- und Infrastrukturgeschäft fiel der Gewinn nur um 5 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Vor allem die Öl- und Gasfördertechnik sowie die Krankenhaus-Apparate verkauften sich besser. Problematisch sieht es weiter bei den Flugzeug-Triebwerken und Zügen aus. Viele Verkehrsgesellschaften haben ihre Investitionen auf Eis gelegt.

General Electric und Siemens konkurrieren insbesondere im Energiegeschäft und in der Medizintechnik. Die Amerikaner waren über lange Jahre der finanziell stärkere Rivale, wegen der Probleme in der Finanzsparte holten die Deutschen aber auf. In der Bundesrepublik ist GE vor allem mit seiner Windanlagen-Fertigung und einer starken Forschung vertreten. Insgesamt arbeiten hierzulande rund 7000 Menschen für die Amerikaner.

Auch Siemens hatte in der Wirtschaftskrise Federn lassen müssen und reagierte darauf mit Einsparungen. Die Münchner bekamen zu Jahresbeginn genauso wie GE weniger Aufträge herein als noch vor einem Jahr. Vor allem Großprojekte mit langem Vorlauf wie Kraftwerke bleiben aus. Siemens legt seine Zwischenbilanz am 29. April vor.

Wirtschaft
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