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    Frankfurt/Main

    Gegenwind für Lufthansa-Pläne zu Direktverbindungen

    Die Pläne der Lufthansa zu einer konzerninternen Billiggesellschaft stoßen auf Gegenwind. Die am Mittwoch vorgestellten Pläne des Vorstands belasten nach Ansicht der Kabinengewerkschaft Ufo die noch nicht richtig begonnene Schlichtung für die rund 18 000 Flugbegleiter.

    Lufthansa
    Das Lufthansa-Management will mit der Neuorganisation die Millionenverluste außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München eindämmen.
    Foto: Andreas Gebert - DPA

    «Die Kollegen sind völlig verunsichert. In unseren Foren ist die Hölle los», sagte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies am Donnerstag in Frankfurt. Vielen Beschäftigte hätten Angst vor Versetzungen oder Kündigungen.

    Am Vortag hatte die Lufthansa angekündigt, auf Basis ihrer hundertprozentigen Tochter Germanwings zum Jahreswechsel ihre Direktverkehre in Deutschland und Europa neu zu organisieren. Dafür sollen etwa 35 Lufthansa-Airbus-Jets zu Germanwings verlagert werden. Die in Köln sitzende Gesellschaft soll mit 90 Flugzeugen bereits im ersten Jahr rund 18 Millionen Passagiere befördern. Im vergangenen Jahr hat die Kernmarke Lufthansa Passage rund 65,5 Millionen Gäste geflogen.

    Das Management will mit der Neuorganisation die Millionenverluste im Europaverkehr außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München eindämmen. Die Flugbegleiter der Germanwings haben nach Ufo-Angaben um bis zu 40 Prozent niedrigere Gehälter als ihre Kollegen bei der Lufthansa. Ufo fürchtet, dass rund 1200 Lufthanseaten zu einem Wechsel gezwungen werden könnten.

    Die Gewerkschaft sei nicht bereit, einen Billigtarif für Flugbegleiter im Konzern zu dulden, sagte Baublies, der in den vergangenen Wochen den ersten Flugbegleiterstreik in der Geschichte der Lufthansa angeführt hatte. Man biete Zugeständnisse der gesamten Belegschaft an, um den Betrieb günstiger zu machen.

    Die Frage der tariflichen Bedingungen bei den Direktflügen sei Teil der in der Schlichtung zu behandelnden Fragen, meinte Baublies. Er sei daher überrascht, dass der Lufthansa-Vorstand noch vor Beginn der Schlichtung die Pläne beschlossen und dem Aufsichtsrat vorgelegt habe. Bislang habe er mit dem Schlichter Bert Rürup erste Vorgespräche geführt. Eine erste Runde mit der Lufthansa werde es voraussichtlich in der kommenden Woche geben. Die Direktfluggesellschaft sei kein Thema für den Schlichter, meinte hingegen ein Lufthansa-Sprecher. Dort solle es ausschließlich um Vergütungsfragen gehen.

    Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sieht sich von den Plänen hingegen in ihren laufenden Tarifverhandlungen nicht beeinträchtigt. «Wir sprechen ausschließlich über die Entgelte bei der Lufthansa», erklärte VC-Sprecher Jörg Handwerg. Die Piloten hätten zudem in zurückliegenden Tarifrunden bereits kollektiv zu einer 20-prozentigen Kosteneinsparung im dezentralen Verkehr beigetragen. Das Unternehmen sei bislang noch nicht auf die VC zugekommen, um Lufthansa-Maschinen künftig bei der Germanwings fliegen zu lassen.

    An der Börse kamen die Pläne des Lufthansa-Managements gut an. Die Aktie setzte sich am Vormittag an die Spitze des Börsenindex DAX.

    Mitteilung LH

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