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    Berlin

    Forscher: Deutsche Wirtschaft bald wieder auf Touren

    Anziehende Exporte, stabiler Arbeitsmarkt, robuste Geschäftsaussichten am Bau: Die Wirtschaftslokomotive Deutschland kommt aus Expertensicht nach der Schwächephase wegen der Eurokrise bald wieder auf Touren.

    Wachstum
    Im kommenden Jahr sei sogar ein Wachstum von mehr als zwei Prozent möglich, sagen Berliner Wirtschaftsforscher.
    Foto: Martin Schutt - DPA

    «Die Konjunkturaussichten hellen sich schnell wieder auf», erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch. In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,9 Prozent steigen. Im kommenden Jahr sei dann sogar ein Wachstum von mehr als zwei Prozent möglich.

    Auch Beschäftigte dürften mit kräftigen Lohnsteigerungen davon profitieren. Im abgelaufenen Jahr dürfte die Konjunktur in Europas größter Volkswirtschaft wegen der Turbulenzen um den Euro allerdings deutlich abgeflaut sein.

    Auch wenn die Krise bei hoch verschuldeten Euro-Partnern wie Spanien oder Griechenland der größte Hemmschuh bleibt, kann die deutsche Wirtschaft weiter zulegen, wie das DIW erwartet.

    «Die Binnennachfrage wird in diesem und auch im kommenden Jahr die wesentliche Stütze des Wachstums sein», sagte Deutschlandexperte Simon Junker. Entscheidend sei trotz einer vorübergehenden Flaute der robuste Arbeitsmarkt. So dürften Firmen Entlassungen durch kürzere Arbeitszeiten und den Abbau von Überstunden vermeiden, damit sie im absehbaren Aufschwung ihr volles Personal einsetzen können.

    In mehreren Branchen könnten spürbare Lohnsteigerungen den privaten Konsum stützen, prognostiziert das DIW. Denn in diesem und im nächsten Jahr dürfte die Inflationsrate mit knapp zwei Prozent nicht besonders hoch sein. Der Wirtschaftsweise Lars Feld forderte die Tarifparteien zu Erhöhungen knapp über der Inflationsrate auf.

    Für das abgelaufene Jahr 2012 geht das DIW wegen einer schwachen zweiten Jahreshälfte nur von 0,8 Prozent Wachstum aus. Dies ist ein klarer Dämpfer, nachdem die Wirtschaft 2011 noch stark um 3,0 Prozent zugelegt hatte. Offizielle BIP-Zahlen für das Vorjahr veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 15. Januar. Am 16. Januar will die Bundesregierung ihre neue Prognose vorstellen. Zuletzt war für 2013 von einem Korridor zwischen 0,5 und 0,7 Prozent die Rede.

    Nach momentan schwächerer Nachfrage von Nachbarn wie Frankreich und den Niederlanden erwartet das DIW in den nächsten Monaten einen kräftigeren Anstieg der Exporte wegen der anziehenden Weltkonjunktur.

    Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, sagte in Berlin: «Die Unternehmen erwarten, dass es - wenn auch in Trippelschritten - 2013 weiter aufwärts gehen wird.» Konkret rechnet der BGA für 2013 im Großhandel damit, dass die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr real um bis zu 0,5 Prozent auf 1,13 Billionen Euro steigen. Im laufenden Jahr will die Branche, die 1,9 Millionen Menschen beschäftigt, rund 15 000 neue Jobs schaffen.

    Die Bauwirtschaft rechnet mit einem robusten Geschäft 2013. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe dürften nominal um zwei Prozent zulegen, teilten die Branchenverbände mit. Damit stabilisiere sich die Baukonjunktur real auf Vorjahresniveau. Wachstumsmotor bleibe der Wohnungsbau mit einer erwarteten Umsatzsteigerung von 3,5 Prozent.

    Bei Firmengebäuden sei mit einem Plus von 1 Prozent zu rechnen, bei öffentlichen Bauten von 1,5 Prozent. Die Beschäftigtenzahl dürfte im Jahresschnitt mit 745 000 insgesamt auf dem Niveau von 2012 bleiben.

    Das DIW kritisierte, die schwarz-gelbe Bundesregierung habe mit Mehrausgaben wie dem Betreuungsgeld den Kurs der Etatkonsolidierung gelockert. «Dass die trotz Konjunkturflaute gute wirtschaftliche Ausgangslage nicht genutzt wird, ihn zu straffen, dürfte sich noch als Fehler erweisen.»

    Die deutsche Industrieproduktion verbuchte nach einem starken Rückgang im Oktober für November einen Anstieg um 0,2 Prozent, wie aus Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums von Mittwoch hervorgeht. Die Metall- und Elektroindustrie sieht nach ihren Auftragseingängen her kein spürbares Produktionswachstum für die ersten Monate 2013.

    Wirtschaft
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