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Essen

Douglas wird nicht zerschlagen

dpa

Die Sanierung der Douglas-Tochter Thalia wird den Einzelhandelskonzern und seine Aktionäre teuer zu stehen kommen. Wegen der notwendig werdenden Wertberichtigungen und Rückstellungen für die Buchhandelskette müsse Douglas beim Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr kräftig zurückstecken.

Douglas
Douglas-Einkaufstasche vor in einer Kölner Douglas-Filiale: Der Handelskonzern stellt sich heute auf der Hauptversammlung seinen Aktionären.
Foto: Rolf Vennenbernd/Symbolfoto – DPA

Dies sagte Vorstandschef Henning Kreke am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Essen. Die Aktionäre müssen womöglich auf ihre Dividende verzichten. Der Douglas-Konzern soll aber nicht zerschlagen werden.

Durch die starke Konkurrenz aus dem Internet ist die Buchtochter in Schieflage geraten. Immer mehr Kunden kaufen Bücher lieber über das Internet. «Tatsache ist, dass der Online-Händler Amazon mittlerweile auch in Deutschland die Marktführerschaft im Buchhandel übernommen hat – mit anhaltend hohen Zuwachsraten», sagte Kreke. Die Hagener Douglas-Holding will jetzt die Fläche der Buchhandlungen zurechtstutzen, auch Schließungen sind möglich. Fünfzehn der 300 Filialen stehen im Blickpunkt. Was bei einer Schließung aus den Mitarbeitern wird, ist noch offen.

Das werde ein zäher Weg, den der Thalia-Miteigentümer Jürgen Könnecke nicht mitgehen wolle, sagte Kreke. Seinen 25-Prozent-Anteil habe er Douglas zum Kauf angeboten. Ob Douglas annimmt, steht noch nicht fest.

Die gut 1000 Aktionäre in der Essener Gruga-Halle waren trotzdem unzufrieden mit den Auskünften des Managements. Sie wollten wissen, wie es mit dem Gesamtunternehmen weitergeht. Anfang des Jahres hatte die Gründerfamilie Kreke mitgeteilt, dass sie ihren Anteil von zwölf Prozent an der Holding ausbauen wolle. Seitdem kursieren Gerüchte bis hin zur Zerschlagung. Dies wiesen Vorstand und Aufsichtsrat zurück.

In der Öffentlichkeit wird auch über ein baldiges Übernahmeangebot an die Douglas-Aktionäre und einen anschließenden Rückzug des Unternehmens von der Börse spekuliert. Die Krekes und die mit ihr verwandtschaftlich verbundene Familie Eklöh besitzen zusammen 30 Prozent, der Oetker-Konzern rund 25 Prozent. Dazu kommen noch andere institutionelle Anleger.

Klarheit über die Zukunft des Konzerns erhielten die Aktionäre auch am Mittwoch nicht. «Es ist noch nicht absehbar, ob und wann es zu einer Übernahme kommt», sagte Aufsichtsratschef Jörn Kreke.

Ein Zünglein an der Waage dürfte bei solchen Plänen der Drogerieunternehmer Erwin Müller sein, der sich an das Hagener Traditionsunternehmen heranpirscht. Er besitzt zehn Prozent der Anteile und die Option, sie auf eine Sperrminorität von über 25 Prozent auszubauen. Müller, der selbst auch auf der Hauptversammlung anwesend war, hält sich aber zu seinen Plänen bedeckt. Eine Zusammenarbeit mit Douglas-Parfümerien in den Bereichen Logistik und Einkauf lehnen die Krekes ab.

Der Douglas-Chef gab auch die Umsätze für die ersten fünf Monate des Geschäftsjahres 2011/2012 (30.9.) bekannt. Im Gesamtkonzern stiegen sie um 1,3 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Ihren Umsatz steigern konnten die Parfümerien, die Süßwarenläden Hussel und vor allem die Schmucktochter Christ. Bei den Modehäusern AppelrathCüpper und bei Thalia gingen die Erlöse hingen zurück. Für das Gesamtjahr erwartet Douglas eine leichte Steigerung des Konzernumsatzes auf mehr als 3,4 Milliarden Euro.

Wirtschaft
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