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    Deutsche Bank nutzt Krise zu Einkaufstour

    Frankfurt/Köln (dpa) ­ Die Deutsche Bank nutzt die Krise zur Einkaufstour. Seit Montag ist die Übernahme des Traditionshauses Sal. Oppenheim in trockenen Tüchern. Nicht ganz freiwillig flüchtete sich die angeschlagene Kölner Privatbank im vergangenen Herbst in die Arme des deutschen Branchenprimus.

    Für den Frankfurter Dax-Konzern ist das Geschäft ein Glücksfall: Mit einem Schlag kann die Deutsche Bank ihre Position bei vermögenden Privatkunden kräftig ausbauen. «Die Deutsche Bank stabilisiert ihre Erträge und baut ihre Marktposition in der privaten Vermögensverwaltung aus», sagt LBBW- Analyst Olaf Kayser. Zusammen mit Sal. Oppenheim komme der Konzern in diesem Segment künftig auf mehr als 40 Prozent Marktanteil. Eine Milliarde Euro in bar ließ sich die Deutsche Bank das kosten.

    Auch darüber hinaus nutzte der Konzern die vergleichsweise niedrigen Preise in Zeiten der Finanzkrise für eine regelrechte Einkaufstour. Nach der Sperrminorität an der Postbank sicherte sich das Institut Teile der niederländischen Bank ABN Amro.

    Große Namen wie Oetker oder die Metro-Mehrheitseigner Haniel gehörten zuletzt zu den Kunden der Kölner Bank, die vor 221 Jahren von dem jüdischen Kaufmann Salomon Oppenheim gegründet wurde. Der Erfolg des Deals werde entscheidend davon abhängen, ob es der Deutschen Bank gelingen werde, sowohl Kunden als auch Mitarbeiter zu halten, meint der Frankfurter Bankenexperte Martin Faust: «Sonst hat man eine Hülle gekauft, die sehr schnell an Wert verliert.»

    Entscheidend werde sein, ob die Kunden weiterhin an die Eigenständigkeit von Sal. Oppenheim glauben, sagt Faust. «Deshalb muss Sal. Oppenheim weiterhin unabhängig geführt werden.» Wer sich von Privatbankiers betreuen lässt, entscheidet sich sehr bewusst dafür, so mancher Kunde könnte zu Konkurrenten wie Merck Finck, Metzler oder Berenberg abwandern.

    Vordergründig ändert sich für die reichen Kunden zunächst nichts. Der neue Oppenheim-Chef Wilhelm von Haller erklärte am Montag, die Eigenständigkeit bleibe «auch unter der neuen Eigentümerschaft sichergestellt». Er versicherte: «Unsere oberste Devise bleibt die Unabhängigkeit in der auf die individuelle Vermögenssituation unserer privaten und institutionellen Kunden ausgerichteten Beratung.» Schon nach dem Übernahmeangebot hatte Pierre de Weck, Leiter des Private- Wealth-Managements der Deutschen Bank, erklärt, die Aufmerksamkeit gelte im ersten Jahr voll und ganz den Bestandskunden.

    Im Herbst stand Sal. Oppenheim mit dem Rücken zur Wand. Die auch im Investmentgeschäft engagierte Privatbank hatte sich in der Krise an den Kapitalmärkten verzockt. Verluste aus Beteiligungen etwa an dem inzwischen insolventen Handelskonzern Arcandor brachten das Traditionshaus zusätzlich ins Wanken. Die Deutsche Bank griff der Eigentümerfamilie bei einer Kapitalerhöhung unter die Arme und vereinbarte in einem zweiten Schritt die komplette Übernahme.

    Pressemitteilung: http://dpaq.de/Shpcb; Informationen zu Sal

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