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    München

    Deutsche Autobauer punkten in China

    Fast scheint es so, als habe es die Krise nie gegeben. Die deutschen Autobauer fahren wieder auf Rekordkurs und verdienen prächtig. Die Zahlen, die Daimler oder Volkswagen in den vergangenen Tagen zum Ende des dritten Quartals vorgelegt haben, glänzen dank der Geschäfte im Ausland - allen voran in China.

    Audi
    Audi profitiert kräftig von der weltweit wachsenden Nachfrage. Vor allem das China-Geschäft brummt.

    Doch es bleiben etliche Hausaufgaben zu erledigen, unter anderem bei der Entwicklung alternativer Antriebe. Fest steht: der Boom in China und Asien wird die Industrie grundlegend verändern.

    Auch BMW dürfte an diesem Mittwoch vor allem dank der besseren Geschäfte im Ausland gute Nachrichten verkünden. Der bayerische Erzrivale Audi legte bereits am Dienstag Rekordzahlen vor. «Wir erwarten aufgrund der Auftragslage ein starkes viertes Quartal und für das Gesamtjahr ein Spitzenergebnis», sagt Audi-Chef Rupert Stadler.

    Für die Premiumhersteller geht es auch daheim wieder nach oben: Bei den Neuzulassungen legten Mercedes-Benz, Porsche, BMW und Audi auf dem Heimatmarkt im Oktober wieder zu, wenngleich die Zahlen der ersten neun Monate weiter unter unter denen von 2009 liegen.

    Die Volumenhersteller Opel, Ford und VW mussten nach dem Ende der staatlichen Abwrackprämie in Deutschland wieder Federn lassen. Insgesamt gab die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im Oktober verglichen mit dem Vorjahresmonat um 20 Prozent nach. Damit kehrt der Markt laut Kraftfahrzeug-Bundesamt (KBA) nach dem Abwrack-Boom wieder auf sein normales Niveau zurück. Zuvor hatte die staatliche Kaufförderung die Branche 2009 mächtig durcheinandergewirbelt.

    Grundsätzlich seien die Märkte in Deutschland und in Westeuropa weitgehend gesättigt, erklärt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Autos würden vor allem als Ersatz für ältere Fahrzeuge gekauft. «Da unsere Bevölkerung tendenziell eher sinkt, geht langfristig der Markt in Deutschland und Westeuropa zurück. Und daran dürfte sich auch kaum mehr etwas ändern.

    «Das zukünftige Ranking ist eindeutig. Zuerst China und Asien, dann die USA, dann West-Europa», sagt Dudenhöffer. «China wird um das Jahr 2025 mehr als doppelt so viele Pkw verkaufen wie Westeuropa. In China werden in der Zukunft die Regeln des Geschäfts geschrieben.» Das hat man auch in Stuttgart, Wolfsburg, Ingolstadt und München erkannt. «Es ist fantastisch, was dieser Markt an Wachstum erlebt», sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche jüngst. «China ist bei der Mobilisierung dort, wo wir vor 50 Jahren standen.»

    Davon profitieren die Hersteller allesamt, denn die Gewinnmargen sind bei den großen Schlitten größer als bei Kleinwagen. Selbst wenn sich das Tempo der chinesischen Aufholjagd verlangsamen sollte, der Trend weist nach oben. Auch daheim wird diese Entwicklung Folgen haben. Bereits vor der Krise hatten die Hersteller in Europa mit Überkapazitäten zu kämpfen, die auf die Erträge drückten. Auch während der beiden vergangenen schwierigen Jahre hat sich an dieser Front nach Meinung Dudenhöffers wenig getan.

    «Die Überkapazitäten in Westeuropa sind noch zu großen Teilen vorhanden.» Derzeit überdecke der China-Run das Geschäft in Deutschland. «Ohne China säßen wir noch in der Krise», sagt Dudenhöffer. Und dort, wo die Nachfrage ist, wird auch produziert werden. «Damit werden weitere Kapazitäten in Asien, Südamerika und Osteuropa aufgebaut.» In Westeuropa bestehe daher weiter der Bedarf, Kapazitäten abzubauen. «Mit der Schließung des Opel-Werks in Antwerpen sind doch die Überkapazitäten in Europa nicht abgebaut.»

    Er rechne aber damit, dass die Hersteller gelernt hätte, nicht in großen Wellen, sondern schrittweise die Kapazitäten anzupassen. «Also, es wird leiser getrommelt, aber die Trommeln sind längst nicht eingepackt. Seat, Opel, Fiat ­ aber auch Renault, Peugeot und Ford werden anpassen», sagt Dudenhöffer. Auch bei den Zulieferern dürfte diese Entwicklung zu spüren sein. Bei ihnen und den Lkw-Herstellern sind die Bremsspuren der Krise noch deutlicher zu erkennen.

    Wirtschaft
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