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    Frankfurt/Main

    Dax auf höchstem Stand seit Januar 2008

    Zahlreiche positiv ausgefallene Quartalsberichte haben den Dax am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Januar 2008 getrieben. Der deutsche Leitindex legte den sechsten Handelstag in Folge zu und schloss knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch von rund 7480 Punkten.

    Aus dem Handel ging er mit plus 0,95 Prozent bei 7475,22 Punkten. Der MDax rückte um 0,25 Prozent auf 10 711,30 Punkte vor und präsentierte sich zeitweise sogar so stark wie zuletzt im August 2007. Der TecDax hingegen schloss kaum verändert mit plus 0,16 Prozent auf 923,20 Punkte.

    In Deutschland bestimmte - ähnlich wie in Europa insgesamt sowie in den USA - eine Flut von Quartalsbilanzen das Bild: Mit fünf der größten 30 deutschen börsennotierten Konzerne kam die Berichtssaison ordentlich in Fahrt. «Die Berichtssaison verläuft sehr solide und auch die Konjunkturdaten fallen derzeit eher positiv aus», sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Die größte Stütze für die Aktienmärkte sei aber die unverändert üppige Liquidität, nachdem die US-Notenbank Fed am Vorabend ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert und eine Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert hatte.

    Die Deutsche Bank war zu Jahresbeginn einen großen Schritt auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen vorangekommen. Der Branchenprimus hatte alle Erwartungen übertroffen und auch die Ergebnisse vieler internationaler Konkurrenten in den Schatten gestellt. Die Aktien gewannen daraufhin an der Dax-Spitze 4,75 Prozent auf 43,785 Euro.

    Dagegen reagierten die Deutsche-Börse-Titel kaum auf gute Quartalszahlen und schlossen um 0,40 Prozent höher bei 55,50 Euro. Händler sahen die Geschäftsentwicklung schon weitgehend eingepreist. Die Blicke richteten sich zudem mehr auf Nachrichten zur angestrebten Fusion mit der NYSE Euronext und die Torpedierungsversuche durch die US-Börsen Nasdaq OMX und ICE.

    Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hatte nach einem überraschend robusten ersten Quartal die Prognosen für 2011 angehoben. Die Aktien stiegen um 2,03 Prozent auf 58,710 Euro. Konkurrent Merck hatte dank der Milliardenübernahme des Laborausrüsters Millipore und des anhaltenden Chemiebooms einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg verbucht, was den Papieren ein Plus von 3,55 Prozent auf 71,55 Euro bescherte.

    Eine große Enttäuschung hingegen war SAP. Europas größter Softwareanbieter war zwar dank der Sybase-Übernahme und der Erholung der Weltmärkte solide in das Jahr 2011 gestartet, doch das Ausmaß der Umsatz- und Gewinnsteigerung war hinter den durchschnittlichen Analystenerwartungen zurück geblieben. Entsprechend büßten die Anteilsscheine am Dax-Ende 5,67 Prozent auf 43,09 Euro ein.

    In Europa schloss der EuroStoxx 50 mit plus 0,93 Prozent auf 3005,33 Punkte. Der Pariser Leitindex Cac 40 zeigte sich ebenfalls fest, während der FTSE-100-Index vor dem langen Wochenende in Großbritannien im Plus, aber letztlich kaum verändert schloss. In den USA legte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss leicht zu, während sich die Nasdaq-Börsen moderat schwächer zeigten.

    Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite auf 3,07 (Mittwoch: 3,05) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,11 Prozent auf 121,71 Punkte. Der Bund Future gewann 0,59 Prozent auf 122,71 Punkte. Der Kurs des Euro, der am Nachmittag zeitweise über 1,48 Dollar gestiegen war, sank bis zum Abend wieder darunter und notierte zuletzt bei 1,4790 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4794 (Mittwoch: 1,4668) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6760 (0,6818) Euro.

    /infoline/wirtschaft/boersefrankfurt/
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