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    Daimler vor harten Zeiten: «Stärkerer Gegenwind»

    Daimler-Chef Dieter Zetsche hat seine Mitarbeiter bereits vor Ankündigung des Sparprogramms in einem Brief auf harte Zeiten eingeschworen. Der Autobauer müsse sich «gesamtwirtschaftlich auf stärkeren Gegenwind» einstellen, heißt es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorlag.

    Dieter Zetsche
    Daimler reagiert mit einem Sparpaket auf die schwierige Lage am Automarkt. Vorstandschef Dieter Zetsche wandte sich bereits mit einem Brief an seine Mitarbeiter.
    Foto: Franziska Kraufmann - DPA

    Einer Betriebsratssprecherin zufolge war es bereits im Sommer bei der Belegschaft eingegangen. Der Autobauer rechnet in seiner Pkw-Sparte wegen der Absatzflaute in Europa mit einem operativen Gewinnrückgang und kündigte ein Sparprogramm an. Inwieweit die Beschäftigten davon betroffen sein werden, wollte Daimler aber noch nicht mitteilen.

    «Je unwegsamer aber das Gelände "draußen" wird, desto wichtiger ist es, unser eigenes "Gepäck" so leicht wie möglich zu machen», schrieb Zetsche in dem Brief. «Jeder Euro, den wir für Entbehrliches ausgeben, ist ein Euro weniger für unsere Wettbewerbsfähigkeit.» Die «Financial Times Deutschland» hatte zuvor berichtet, das geplante Sparpaket habe einen Umfang von 1 Milliarde Euro. Ein Daimler-Sprecher des Autobauers wollte die Zahl nicht kommentieren.

    Aus Unternehmens- und Gewerkschaftskreisen hieß es am Freitag, weder ein Stellenabbau noch Kurzarbeit seien geplant. Die Daimler-Betriebsratssprecherin erklärte auf dpa-Anfrage, über Sparmaßnahmen beim Personal sei nicht geredet worden. Dasselbe gelte für das gesamte Maßnahmenpaket.

    Branchenkenner halten vor allem bei der Produktion und im Einkauf Kürzungen für wahrscheinlich. «Fakt ist, dass man Produktionskapazitäten zurückfahren muss», sagte Autoexperte Stefan Bratzel der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Auch mit den Zulieferern wird der Konzern nach Ansicht von Fachleuten vermutlich in Verhandlungen treten.

    Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen hält auch einen «temporären Einstellungsstopp» für möglich. Stellenabbau oder Kurzarbeit wird es seiner Einschätzung nach aber nicht geben, sagte er der dpa. «Das kann ich mir nicht vorstellen. Der Absatz läuft ja gut.»

    Der schwächelnde Automarkt in Europa macht im Oberklasse-Segment allerdings nicht nur Daimler zu schaffen. Auch der Sportwagenbauer Porsche kündigte bereits an, 2013 zwar wieder mehr Autos verkaufen zu wollen. Allerdings könnte der Zuwachs zwischen 5 und 10 Prozent geringer ausfallen, als bisher geplant. Die Rivalen BMW und Audi bekräftigten unterdessen ihre Vorhersagen und rechnen weiter mit Rekordergebnissen.

    Daimler Geschäftsbericht 2011

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