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    New York

    Citigroup und Wells Fargo schneiden gut ab

    Die Privatkunden bewahren die US-Großbanken Citigroup und Wells Fargo in der Euro-Schuldenkrise vor dem Absturz. Beide Institute konnten im dritten Quartal trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten ihren Gewinn steigern.

    Citigroup
    Die vom Staat gerettete US-Großbank Citigroup hat noch weiter unter der Schuldenkrise zu leiden.
    Foto: Justin Lane - DPA

    Konkurrenten mit einem ausgeprägten Investmentbanking wie beim US-Branchenprimus JPMorgan Chase hatten dagegen Einbußen hinnehmen müssen. Investoren halten sich in diesen unsicheren Zeiten zurück, den Banken entgehen dadurch Einnahmen.

    Zwar ging auch bei der Citigroup das vergleichsweise kleine Investmentbanking-Geschäft zurück, doch das internationale Privatkundengeschäft erwies sich als Stütze. Die Bank konnte vor allem in Asien und Lateinamerika deutlich zulegen. Zusammengenommen steuern die Kunden im Ausland mehr zum Gewinn bei als die Kunden im Heimatmarkt USA, der immer noch von einer hohen Arbeitslosigkeit geplagt wird. Immerhin konnte die Citigroup ihre Ausfälle bei den US-Hauskrediten eindämmen.

    «Citi steuert weiter durch ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld», sagte Bankchef Vikram Pandit am Firmensitz in New York. Dennoch gelang es ihm, den Gewinn massiv zu steigern: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Ergebnis um satte 74 Prozent auf unterm Strich 3,8 Milliarden Dollar (2,8 Mrd Euro). Dieses Kunststück gelang Pandit allerdings nur durch einen Buchungstrick, nämlich der Neubewertung alter Schulden, was auf dem Papier 1,9 Milliarden Dollar an zusätzlichen Einnahmen brachte.

    Möglich wird dieser Kniff in der Buchführung ironischerweise dadurch, weil die Banken wegen der schlechteren Lage der Branche für geliehenes Geld inzwischen höhere Risikoaufschläge bezahlen müssen. Die Citigroup hat nun auch die schon länger bestehenden Kredite zu den aktuellen Bedingungen bewertet. Den Vorteil der alten Kreditkonditionen gegenüber den neuen schrieb sie sich gut - ganz legal. Auch andere Banken griffen bereits zu diesem Trick wie die Schweizer UBS oder JPMorgan Chase.

    Privatkunden-Spezialist Wells Fargo schaffte seinen Gewinnsprung vor allem durch eine bessere Zahlungsmoral der Kreditnehmer und einen harten Sparkurs. Auf faule Kredite musste die Bank noch 2,6 Milliarden Dollar abschreiben und damit rund 1,5 Milliarden Dollar weniger als vor einem Jahr. Dies ließ den Gewinn um 22 Prozent auf unterm Strich 3,8 Milliarden Dollar hochschnellen.

    Wells Fargo ist der größte Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA. Allerdings machte die Bank insgesamt weniger Geschäft im dritten Quartal - die Erträge gingen um 6 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar zurück. Das beunruhigte die Börsianer. Die Aktie fiel um mehr als 5 Prozent, während sich die Citigroup-Titel um 1 Prozent verteuerten.

    Es ist ein Comeback für die Citigroup. Die Bank hatte in der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 noch 29,3 Milliarden Dollar Verlust gemacht und musste vom Staat mit 45 Milliarden Dollar gerettet werden. Pandit griff nach seiner Berufung zum Citigroup-Chef hart durch: Er verkaufte allzu risikoreiche Geschäftszweige oder machte sie dicht und konzentrierte sein Haus im Wesentlichen auf das klassische Bankgeschäft. Das deutsche Privatkundengeschäft ging an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Die einstige Citibank firmiert nun hierzulande unter Targobank.

    Nach dem Umbau ist die Citigroup so etwas wie das Gegenstück zum Krisengewinner JPMorgan Chase mit seinem starken Investmentbanking. JPMorgan-Chef Jamie Dimon gilt als einer der schärfsten Kritiker einer stärkeren Bankenregulierung, sein Citigroup-Kollege Pandit äußerte dagegen jüngst Sympathie für die Wall-Street-Protestler: «Ihre Stimmung ist absolut verständlich», sagte er. Das Vertrauen zwischen der Finanzindustrie und der Bevölkerung sei verloren gegangen.

    Allerdings waren es auch seine Mitarbeiter, die am Samstag 24 Protestler in einer New Yorker Filiale festnehmen ließen, als diese ihre Konten in einer gemeinsamen Aktion auflösen wollten. Die Demonstranten wollen die Menschen dazu bewegen, ihr Geld bei Genossenschafts- statt Wall-Street-Banken zu deponieren.

    An diesem Dienstag legen mit der Bank of America und der Investmentbank Goldman Sachs weitere US-Branchenriesen ihre Zahlen vor, am Mittwoch folgt Morgan Stanley. Die Deutsche Bank ist erst am 25. Oktober an der Reihe.

    Citigroup-Mitteilung

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