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    Bundesbankpräsident: Staatshilfe für Italiens Sparer möglich

    Italien Wirtschaft steckt in der Krise, die Banken haben mit faulen Krediten zu kämpfen. Der Präsident der Bundesbank mahnt: Die Reformagenda sei „noch nicht abgearbeitet“.

    Jens Weidmann
    Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht weiterhin Reformbedarf in Italien.
    Foto: Arne Dedert - dpa

    Frankfurt/Main (dpa) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht weiterhin Reformbedarf im hoch verschuldeten Italien. Bei der Rettung der angeschlagenen Banken Italiens warnte er in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ davor, die in Europa aufgestellten Regeln zu verletzen.

    Staatshilfen hält er unter Umständen für Privatanleger für zulässig. „Im Falle Italiens wurden offenbar sehr riskante Finanzprodukte an Menschen verkauft, die eigentlich eher konservative Produkte wollten“, sagte er. „Möchte man als besonders schutzwürdig empfundene Anleger aus politischen Gründen schützen, könnte dies beispielsweise im Rahmen gezielter staatlicher Transfers erfolgen.“

    Details dazu nannte er nicht, stellte jedoch klar, dass eine solche Hilfe die „klar eingegrenzte Ausnahme und nicht der Regelfall sein“ müsse. Weidmann hält es nach eigenen Worten für sehr wichtig, dass die infolge der Finanzkrise vereinbarten Regeln eingehalten werden. Demnach sollen in erster Linie Eigentümer und Gläubiger für Verluste haften.

    Dies sei wirtschaftlich sinnvoll. Zudem könnte auch die Akzeptanz des marktwirtschaftlichen Systems weiter untergraben werden, „wenn der Eindruck entsteht, dass bei Verlusten stets der Staat oder die Notenbank für private Entscheidungen von Anlegern und Investoren in die Bresche springt“. Auch deshalb sei es wichtig, dass sich die Lösung für italienische Banken innerhalb der Regeln bewegen werde.

    Nach seiner Niederlage bei einem Verfassungsreferendum war Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zurückgetreten. Staatspräsident Sergio Mattarella beauftragte den bisherigen Außenminister Paolo Gentiloni am Sonntag nach 48-stündigen Sondierungsgesprächen mit der Bildung einer neuen Regierung. Italien ist hoch verschuldet, die Wirtschaft steckt in der Flaute und Berge fauler Kredite belasten die Bilanzen der Banken.

    Die wirtschaftlichen Herausforderungen in Italien blieben bestehen, „unabhängig davon, wer dort die Regierung führt“, sagte Weidmann der „FAS“ vorab. Die Regierung Renzi habe durchaus Reformen beschlossen und beispielsweise am Arbeitsmarkt einiges bewegt. „Die Reformagenda ist allerdings noch nicht abgearbeitet, und hier wird die neue Regierung in der Verantwortung stehen“, mahnte Weidmann.

    Im Bankensektor bereitet etwa das angeschlagene Geldhaus Monte dei Paschi di Siena (MPS) Sorgen, das bis Ende des Jahres seinen Rettungsplan erfüllen muss. Die Bank braucht wegen Verlusten bei der Auslagerung von faulen Krediten in Milliardenhöhe dringend frisches Geld.

    Auch die deutlich größere Bank Unicredit, zu der auch die deutsche HypoVereinsbank gehört, steckt in der Klemme und braucht dringend Geld. Vorstandschef Jean Pierre Mustier will am Dienstag seine neue Strategie vorstellen und vermutlich eine bis zu 13 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung ankündigen.

    Weidmann auf faz.net

    Mitteilungen der Bank Monte dei Paschi di Siena

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