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    Bierflaschen-Streit: Umwelthilfe contra Radeberger

    Berlin/Frankfurt (dpa) - Die Deutsche Umwelthilfe wirft der Radeberger-Gruppe einen massiven Etikettenschwindel mit Bierflaschen der Marke Corona Extra vor. Diese würden entgegen der Angaben von Radeberger nicht nach Mexiko zurückgeschickt und dort wiederbefüllt, teilte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit.

    Radeberger Bier
    Die Radeberger-Gruppe vertreibt die Marke Corona Extra in Deutschland.
    Foto: Matthias Hiekel - DPA

    «Damit erschleicht sich die größte deutsche Brauereigruppe zulasten ehrlicher Mehrweg-Brauereien einen Verkaufsvorteil von über 4 Euro pro Bierkasten», kritisierte die DUH. Denn normalerweise dürften nicht die 8 Cent Pfand für Mehrwegflaschen erhoben werden, sondern es seien 25 Cent für Einwegflaschen fällig.

    Die Radeberger-Gruppe vertreibt die Marke Corona Extra in Deutschland. «Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage und fußen auf einer Fehlinformation der Deutschen Umwelthilfe», teilte das Unternehmen mit. Die Flaschen würden über Antwerpen nach Mexiko zurückgeschickt. Jedoch weisen die Corona-Flaschen in Deutschland laut Umwelthilfe niemals Mehrweg-typische Gebrauchsspuren auf.

    Radeberger verwies darauf, dass für den deutschen Markt nur neue Flaschen verwendet würden. Ein Corona-Vertreter in Mexiko teilte in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mail mit, dass niemals leere Corona-Flaschen aus Deutschland zurückkämen, es gebe kein Mehrwegsystem.

    Radeberger wiederum legte eine Corona-Erklärung aus Madrid vor, in der heißt, dass alle Flaschen zurück nach Mexiko gebracht würden. Allerdings wird dort nicht gesagt, dass diese auch wiederbefüllt würden. In einer weiteren Erklärung teilte ein Corona-Vertreter Radeberger jedoch mit, dass leere Flaschen gespült, wieder mit Bier befüllt und in andere Märkte geschickt würden.

    Aber: Genau dies könnte der deutschen Verpackungsverordnung widersprechen. Diese definiert Mehrwegverpackungen als Verpackungen, die dazu bestimmt sind, «nach Gebrauch mehrfach zum gleichen Zweck wiederverwendet zu werden», also als Mehrweg im deutschen Markt. Nur dann dürften sie mit dem reduzierten Mehrwegpfand verkauft werden.

    Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, forderte, den Verkauf von Corona Extra in Deutschland bis zu einer Klärung der Vorwürfe komplett einzustellen. «Von allen bisher bekannt gewordenen Täuschungsversuchen in der Getränkeindustrie ist der Fall Radeberger der mit Abstand dreisteste.» Radeberger verschaffe sich gesetzeswidrig gegenüber anderen Brauereien einen unlauteren Wettbewerbsvorteil und verstoße zudem gegen Umweltgesetze.

    Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn forderte die Bundesregierung zum Handeln gegen Missbrauch im Mehrwegbereich auf. «Um die Mehrwegquote zu stärken, muss zuerst einmal die Kennzeichnungsverordnung novelliert werden», sagte Höhn. Die Verbraucher müssten auf einen Blick erkennen können, welche Flaschen wieder befüllt werden und welche im Müll landen. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) müsse eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung auf den Weg bringen, sagte Höhn.

    Die Radeberger Gruppe mit Marken wie Radeberger, Jever und Schöfferhofer gehört zum Lebensmittelriesen Oetker und ist Marktführer in Deutschland. Die mexikanische Grupo Modelo mit ihrer Biermarke Corona wiederum steht vor einer Übernahme durch den weltgrößten Braukonzern Anheuser-Busch Inbev («Beck's», «Stella Artois»).

    Der Bierabsatz in Deutschland geht seit Jahren zurück. 2011 sank der Pro-Kopf-Verbrauch nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf den historischen Tiefstand von 101,4 Liter. In der Branche tobt zudem ein Preiswettkampf.

    DUH-Mitteilung

    Stellungnahme Radeberger

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