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    Benzin und Heizöl teurer nach Förderdrosselung

    Gut 1,6 Millionen Fässer Öl pro Tag wollen die Mitglieder des Opec-Kartells und andere Produzenten künftig weniger fördern. Das treibt die Preise - auch die Verbraucher spüren es. Doch mittelfristig gesehen ist der Anstieg moderat.

    Heizöl
    Heizöl ist auch teuerer geworden.
    Foto: Angelika Warmuth/dpa

    Hamburg/Paris (dpa) - Nach der Einigung des Ölkartells Opec auf Förderkürzungen kosten Benzin und Heizöl so viel wie zuletzt im Juli 2015. Allerdings gaben die Preise am Dienstag wieder leicht nach.

    So kostete ein Liter Superbenzin E10 im bundesweiten Durchschnitt nach den Daten der Markttransparenzstelle ungefähr 1,32 Euro, nachdem zuvor ein Jahreshoch von 1,34 Euro erreicht worden war. Diesel war für etwa 1,15 Euro je Liter zu haben, der Höchstpreis hatte vor zwei Tagen bei 1,17 Euro gelegen.

    Auch der Preis für Heizöl erreichte nicht ganz die Schwelle von 60 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. MwSt.), sondern drehte kurz zuvor wieder in die andere Richtung und lag am Dienstag nach Daten des Technik-Unternehmens Tecson bei 59,30 Euro.

    Im mittelfristigen Vergleich sind die Ölpreise jedoch moderat. Noch vor zweieinhalb Jahren lag der Preis für Rohöl bei mehr als 100 Dollar je Barrel mit entsprechend hohen Benzin- und Heizölpreisen. Am Dienstag betrug er für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent knapp 56 Dollar und damit etwa einen Dollar weniger als am Vortag, als ein Jahreshoch erreicht worden war.

    Mittlerweile wachsen jedoch am Markt die Zweifel, ob die Opec-Mitglieder und wichtige Nicht-Mitglieder wie Russland ihre Absprachen zur Förderbegrenzung wirksam umsetzen. Zudem führen steigende Ölpreise regelmäßig auch zu einer höheren Ölförderung in den USA, was dann wieder dämpfend auf die Preise wirkt.

    Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte die Einigung aber schnelle Auswirkungen auf das weltweite Angebot an Rohöl haben - sie erwartet, dass das vorherrschende Überangebot bald der Vergangenheit angehört. Außerdem geht die IEA davon aus, dass die Lagerbestände in den kommenden sechs Monaten spürbar sinken werden. Bisher nahm die Organisation, in der sich führende Industriestaaten als Interessenvertretung zusammengeschlossen haben, an, dass die weltweiten Ölreserven bis Ende 2017 ihr Niveau halten.

    Die Kürzung, auf die sich 13 Opec-Länder und 12 weitere Förderstaaten am Wochenende geeinigt hatten, soll ab Januar 2017 für ein halbes Jahr gelten. Die Kooperation knüpft an eine Förderkürzung der Opec von Ende November an. Das Kartell will seine Tagesproduktion um 1,2 Millionen auf 32,5 Millionen Barrel reduzieren. Die Nicht-Opec-Länder wollen ihre Förderung um insgesamt 558 000 Barrel täglich drosseln. Allein Russland plant, 300 000 Barrel weniger zu produzieren.

    Die Ölpreise waren seit Mitte 2014 vor allem wegen Überproduktion um bis zu 70 Prozent eingebrochen.

    Aktuelle Benzin- und Dieselpreise (bei Clever-Tanken.de)

    Aktuelle Heizölpreise (bei Tecson)

    IEA-Mitteilung

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