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Wiesbaden

Baubranche wächst so stark wie Anfang der 90er

Boom am deutschen Bau: Die Branche hat 2011 ihren Umsatz so kräftig gesteigert wie zuletzt in den Rekordjahren nach der Wiedervereinigung. Der Konjunkturaufschwung beflügelte den Wirtschaftsbau, der Wohnungsbau profitierte von der Flucht der Anleger in «Betongold» – also Immobilien.

Schwarzarbeit
Die Baubranche verbuchte ein Orderplus 2011 von 4,4 Prozent.
Foto: Patrick Seeger – DPA

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe schnellte 2011 um nominal 12,5 Prozent auf rund 93,4 Milliarden Euro in die Höhe, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Zuletzt hatte die Branche nach eigenen Angaben Anfang der 90er Jahre ein ähnliches Wachstum erlebt. Hoffnungen auf weitere Zuwächse macht eine regelrechte Auftragsflut zum Jahresende.

«Das Jahr 2011 ist wesentlich besser ausgefallen als erwartet», sagte der Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Heiko Stiepelmann. Die Branche hatte zuletzt mit einem Umsatzplus von 4,5 Prozent gerechnet. Vor allem der Dezember übertraf alle Erwartungen. Der Umsatz stieg wegen des milden Wetters um 24,3 Prozent, die Unternehmen konnten ihre hohen Auftragsbestände abarbeiten. «Auch in diesem Jahr geht es weiter aufwärts, aber moderater», sagte Stiepelmann voraus. Die Branche rechnet mit einem Umsatzplus von nominal 2,5 Prozent.

Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt. Allein im Dezember gingen real – also preisbereinigt – 14,1 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vorjahresmonat. «Das war schon überraschend», sagte Stiepelmann. Das stärkste Plus gab es im Wohnungsbau mit 26,1 Prozent. Viele Anleger investieren laut Stiepelmann angesichts der Griechenland-Krise in Sachwerte wie Immobilien. Da in der Vergangenheit nicht genug Wohnungen fertiggestellt worden seien, sei Deutschland von einer Immobilienblase aber weit entfernt, sagte er.

Im Gesamtjahr legte der Auftragseingang real um 4,4 Prozent zu. Das Orderplus ist allerdings nur auf Zuwächse im Hochbau (plus 9,3 Prozent) zurückzuführen. Im Tiefbau nahm die Nachfrage hingegen um 0,6 Prozent ab.

Erfasst wurden Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Jahresschnitt um 2,6 Prozent auf 734 000 Personen. In diesem Jahr dürfte die Beschäftigtenzahl stabil bleiben, sagte der Bauindustrieverband voraus. In der Vergangenheit waren in der Branche tausende Stellen verloren gegangen.

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