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Wien

Aus Schlecker wird Dayli: Testmärkte sollen im Mai starten

dpa

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner will einstige Schlecker-Filialen unter dem Namen Dayli wiederbeleben. Die ersten Testfilialen hierzulande soll es ab Mai in Bayern geben. Insgesamt sollen in Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg noch in diesem Jahr 400 Filialen wiedereröffnet werden.

Die Schlecker-Pleite hat Lücken gerissen: Noch immer stehen im Westerwald viele Ladenlokale leer. Vielerorts fehlt das Drogeriesortiment.
Foto: Ferdinand
Die Schlecker-Pleite hat Lücken gerissen: Noch immer stehen im Westerwald viele Ladenlokale leer. Vielerorts fehlt das Drogeriesortiment.
Foto: Ferdinand – kuehr

Rheinland-Pfalz/Wien – Ein österreichischer Investor will ehemalige Schlecker-Läden zum Nahversorger umbauen. Die ersten Testfilialen hierzulande soll es ab Mai in Bayern geben. Auch in Rheinland-Pfalz sind Geschäfte geplant.

Der Mann, der Daily in Deutschland in Schlecker-Märkten eröffnen will – und das auch immer wieder ankündigt: Rudolf Haberleitner bei der Pressekonferenz in Wien. 
Der Mann, der Daily in Deutschland in Schlecker-Märkten eröffnen will – und das auch immer wieder ankündigt: Rudolf Haberleitner bei der Pressekonferenz in Wien.
Foto: dpa

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner will einstige Schlecker-Filialen unter dem Namen Dayli wiederbeleben und im Mai drei Testläden in Bayern eröffnen. Das kündigte der 68-Jährige am Dienstag an. Nähere Angaben zu den Standorten wollte der Investor noch nicht machen. In Österreich gibt es bereits zwei Testfilialen.

Den Pläne aus Österreich zufolge sollen in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz noch in diesem Jahr insgesamt 400 Filialen wiedereröffnet werden. 300 Mietverträge seien bereits unterzeichnet, so Haberleitner. Mit weiteren Hauseigentümern gebe es Verhandlungen zur Anmietung.

Die Gewerkschaft Verdi sieht das Vorhaben noch zurückhaltend: „Ich glaube es nicht, bevor ich es nicht gesehen habe“, sagte Verdi-Handelsexperte Bernhard Franke der Nachrichtenagentur dpa. Haberleitner verkünde schon lange seine Expansionspläne nach Deutschland, bisher sei aber nichts passiert. „So was wäre schön gewesen, wenn es zeitnah nach der Schlecker-Pleite erfolgt wäre“, sagte Franke mit Blick auf die tausenden Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze einbüßen mussten.

Nach den Testläufen im Süden Deutschlands soll eine weitere Expansion erfolgen. Einen genauen Zeitplan gebe es dafür aber nicht, sagte Haberleitner.

Die neuen Shops sollen in Städten ab 5000 Einwohner eröffnet werden und durchschnittlich 200 Quadratmeter groß sein. Haberleitners Ziel sei es,Dayli als Nahversorger zu etablieren. In den Läden sollen Drogerieartikel, Lebensmittel, Kleidung und Elektrogeräte verkauft werden. Nicht lagernde Gegenstände könnten kostenfrei bestellt werden. In jedem Geschäft sieht Haberleitner eine Büroecke vor, in der Menschen an Computern arbeiten können. Auch Dienstleistungen, wie ein Autoverleih, werden angedacht.

Haberleitner kaufte mit seiner Wiener Investmentgesellschaft TAP 09 im Juli 2012 die Schlecker-Auslandsgesellschaft in Österreich mit Filialen in weiteren Ländern. Insgesamt waren davon 1350 Geschäfte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg betroffen. In Österreich will Haberleitner bis Ende des Jahres alle vorhandenen 885 Schlecker-Läden zu Dayli umbauen. Dort kämpft er für die Sonntagsöffnung für all seine Filialen.

Verhandelt werde auch mit dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Haberleitner könnte sich vorstellen, Teile der Firmenzentrale und des Regionallagers in Ehingen anzumieten.

Ein Sprecher der Insolvenzverwaltung sagte dazu: „Ein Vertragsabschluss ist bislang nicht erfolgt.“ TAP 09 habe im Herbst 2012 Interesse an einer Anmietung von Flächen des Zentrallagers wie auch von Räumlichkeiten der Konzernzentrale bekundet. Geiwitz sei aber bestrebt, die Immobilien des Schlecker-Konzern im Sinne der Gläubiger zu bestmöglichen Konditionen zu verkaufen.

Vergangenen Herbst habe Geiwitz TAP 09 eine Liste früherer Schlecker-Märkte unter Angabe ihrer Wirtschaftlichkeit übersandt, so der Sprecher weiter. Mit den Vermietungen an den Investor aber habe Geiwitz nichts zu tun, da die Schlecker-Mietverhältnisse damals schon gekündigt gewesen seien.

Schlecker, ehemals größte Drogeriemarkt-Kette Europas, hatte am 23. Januar 2012 einen Insolvenzantrag gestellt und ist mittlerweile weitgehend abgewickelt. 25 000 Schlecker-Beschäftigte in Deutschland verloren durch die Insolvenz ihren Job. Weniger als die Hälfte fand bisher eine neue Stelle.

Wirtschaft
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