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    Rom

    Alitalia vorerst gerettet: Kapitalerhöhung und neue Kredite

    Die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia darf vorerst weitermachen: Der Verwaltungsrat stimmte am Freitag erwartungsgemäß einem Rettungspaket zu.

    Alitalia
    Fünf Jahre nach der letzten großen Krise droht erneut das Aus für die angeschlagene Alitalia.
    Foto: Percossi - DPA

    Wie die Italiener mitteilten, sollen über eine Kapitalerhöhung 300 Millionen frisches Geld eingenommen werden. Zudem gibt es eine neue Kreditlinie über 200 Millionen Euro. An den Rettungsmaßnahmen beteiligen sich neben der italienischen Post auch der Großaktionär Air France-KLM und die Bank Intesa Sanpaolo.

    Alitalia braucht dringend frisches Geld, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Laut der italienischen Zivilluftfahrtbehörde Enac läuft die Gesellschaft mit rund 14 000 Arbeitsplätzen Gefahr, den Betrieb ihrer 140 Maschinen binnen Tagen einstellen zu müssen. Die Alitalia-Führung hat allerdings zurückgewiesen, dass ihr das Kerosin für die Maschinen bereits an diesem Samstag ausgehen könnte.

    Die von Massimo Sarmi geleitete Post-Gruppe dürfte sich mit 75 Millionen Euro an der angestrebten Kapitalerhöhung von insgesamt 300 Millionen beteiligen, berichteten italienische Medien am Freitag übereinstimmend.

    Für staatliche Hilfe stellt die Regierung in Rom Bedingungen. So brauche es ein neues Geschäftsmodell und eine stabile Aktionärsstruktur, teilte das Büro von Regierungschef Enrico Letta mit. Mit der Finanzspritze sollen die Kapitalerhöhung und der laufende Betrieb gesichert werden.

    Grünes Licht für die staatlichen Beihilfen müsste die EU-Kommission geben, die bereits 2008 Bedenken hatte. Damals musste Alitalia nach einem Veto aus Brüssel 300 Millionen Euro staatliche Beihilfen an den Staat zurückzahlen. Zur Rechtmäßigkeit der neuen geplanten Unterstützung wollte sich die EU-Kommission am Freitag nicht äußern. «Bis jetzt haben wir noch keinen Antrag auf Genehmigung der Hilfen erhalten», sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Grundsätzlich könne die Airline staatliche Hilfe erhalten - allerdings müsse diese die EU-Regeln für Rettungsbeihilfen einhalten.

    Die Regierung Letta ist zu einer «strategischen und finanziellen Unterstützung» bereit, sobald die Erneuerung und Umstrukturierung der Alitalia gesichert seien.

    Im ersten Alitalia-Geschäftshalbjahr 2013 war der Nettoverlust der trudelnden Airline auf 294 Millionen Euro hochgeschnellt. Nach dem Umbau der bereits 2008 vor dem Kollaps stehenden Alitalia zu einem privaten Unternehmen hält Air France-KLM 25 Prozent, der große Rest verteilt sich auf ein italienisches Konsortium mit über 20 kleineren Anteilseignern. Alitalia hat seit der Neuorganisation, betrieben von dem damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi, über 1,25 Milliarden Euro verloren.

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