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Wie Großbritannien seine Königin feiert

Ein richtig großes Fest zu Ehren von Elizabeth II. wird es im kommenden Frühjahr geben, dann wird die Königin 90 Jahre alt. So ganz lassen die Briten sich das Feiern trotzdem nicht nehmen, wenn sie am heutigen Mittwoch zur Monarchin mit der längsten Regierungszeit der britischen Geschichte wird.

Der 180 Meter hohe BT-Tower in London, der zur Geburt von Prinz George und Prinzessin Charlotte schon mithilfe eines riesigen Schriftzugs der Welt "It's a boy" (Es ist ein Junge) und "It's a girl" (Es ist ein Mädchen) verkündete, leuchtet wieder mit einer Botschaft: "Long May She Reign", wird da abends zu lesen sein, "Möge sie lange regieren".

Außerdem wird die königliche Prunkbarkasse "Gloriana" die Themse entlangfahren. Andenken gibt es natürlich auch: Unter anderem einen Kugelschreiber, eine große Schokomünze, ein 1000-Teile-Puzzle, ein Küchenhandtuch, eine Tasse und allerhand sonstiges (Zier-)Geschirr gibt es in der offiziellen Rekordkollektion. Die Münzanstalt ehrt die Queen mit einer 20-Pfund-Gedenkmünze aus Silber. Darauf sollen alle fünf Porträts Elizabeths vereint sein, die bisher auf britischen Münzen zu sehen waren.

Auch bei Madame Tussauds gibt man sich Mühe und spendiert der Wachsfigur Elizabeths ein neues Kleid – das allerdings genauso aussieht wie das alte. Die weiß-silberne Robe ist bedeckt mit 53 000 Kristallen, die Mitarbeiter von Madame Tussauds in 150 Stunden Handarbeit aufgenäht haben. Die Abgeordneten im britischen Unterhaus werden eine halbe Stunde lang den historischen Tag feiern – wie, ist aber nicht bekannt.

Die Gemeinsamkeiten der Queen mit Victoria

Elizabeth II. sitzt länger auf dem britischen Thron als ihre Ururgroßmutter Victoria. Was haben die Regentinnen gemeinsam?

Beide kamen auf den Thron, weil es einen akuten Männermangel gab. Als Queen Victoria ihrem 1837 verstorbenen Onkel Wilhelm IV. auf den Thron folgte, gab es keinen männlichen Nachfolger. Mit dem Regierungsantritt endete die Personalunion mit dem Königreich Hannover, da dort die weibliche Thronfolge verboten war. Als Elizabeths Onkel, König Edward VIII., 1936 abdankte und ihr Vater die Krone erhielt, wurde sie als älteste Tochter ohne Bruder Kronprinzessin. Außerdem verliebten sich beide Frauen in Adlige mit deutschen Wurzeln. Victoria ehelichte 1840 Albert von Sachsen-Coburg-Gotha. Er war ihr Cousin mütterlicherseits. Elizabeth heiratete 1947 Philip Mountbatten. Er stammt väterlicherseits aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Auch die jeweils lange Regentschaft verbindet die beiden. Victoria hatte das Zepter vom 20. Juni 1937 bis zu ihrem Tod am 22. Januar 1901 in der Hand, also 63 Jahre, sieben Monate und zwei Tage. Elizabeth II. übertrumpft sie nun. Auch kein Mann regierte in Großbritannien länger.

Queen Elizabeth II. steht für Kontinuität

Im Alter die Füße hochlegen? Doch nicht die Queen! Elizabeth II. sitzt mit fast 90 Jahren noch fest im Sattel. Nicht nur im übertragenen Sinn. Die Queen liebt Pferde – und reitet laut britischen Medien selbst gelegentlich noch rund um Schloss Windsor aus. Trotz ihres hohen Alters nimmt die 89-Jährige, deren Pflichtbewusstsein legendär ist, weiter unzählige öffentliche Termine wahr. Der Hut auf dem Kopf und die Handtasche am Arm dürfen dabei nicht fehlen. Bei langen Reisen tritt die Königin, die Oberhaupt von 15 Staaten außerhalb Großbritanniens ist, inzwischen aber kürzer. Politische Macht hat sie wenig, Einfluss dafür reichlich – hütet sich aber, sich öffentlich einzumischen. Elizabeth wurde am 21. April 1926 in London als erstes Kind des Herzogs und der Herzogin von York, später König George VI. und Königin Elizabeth, geboren. Seit sie 1952 das Erbe ihres Vaters angetreten hat, ist die Queen für viele Briten zum Inbegriff von Kontinuität geworden.

Victoria nahm moderne Monarchenrolle ein

Königin Victoria ist heute vor allem als Namensgeberin des viktorianischen Zeitalters bekannt und als rundliche Dame auf Schwarz-Weiß-Fotos mit mürrischem Blick und sehr geradem Scheitel. Tatsächlich verkörperte sie die Werte ihrer Epoche: Moral und große Bedeutung der Familie. Sie galt aber auch als warmherzig und zeigte sich schon früh kreativ. Mit zehn Jahren schrieb sie ein Kinderbuch. Überhaupt liebte sie das Schreiben, ihre zahllosen Tagebücher sind heute wichtige Zeitzeugnisse. Mit gerade mal 18 Jahren wurde Victoria im Jahr 1837 Königin, weil es ihren Onkeln an legitimen Nachfahren fehlte. In den mehr als 63 Jahren, die sie auf dem Thron saß, veränderte sich nicht nur Großbritannien grundlegend, sondern ganz Europa. Die Gesellschaft wurde moderner, die Industrialisierung schritt fort, das britische Empire wuchs. Keine leichte Aufgabe für eine Königin in der konstitutionellen Monarchie, deren (halbwegs) neutrale Rolle sie bis zu ihrem Tod im Januar 1901 aber perfektionieren sollte.

Zwei Männer nahmen entscheidenden Einfluss auf die junge Regentin: Ihr erster Premierminister, Lord Melbourne, und ihr Ehemann (und Cousin), Prinz Albert. Die beiden heirateten 1840 aus Liebe. Ihre offensichtlich glückliche Ehe ohne öffentliche Affären unterschied sie von früheren Monarchenpaaren. Albert mischte sich gern ein und nahm sogar an den Audienzen der Premierminister teil. Sein früher Tod im Dezember 1861 stürzte Victoria in tiefe Verzweiflung. Über Jahre zog sie sich aus der Öffentlichkeit fast ganz zurück. Das Ansehen der Monarchie in Großbritannien litt. Später fand die Königin aber in ihre Rolle zurück und wurde sehr beliebt beim Volk.

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