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Wolfsburg/Berlin

Was der Skandal außerhalb von VW auslöste

Der Bundestag hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, andere Hersteller müssen sich für auffällige Abgaswerte rechtfertigen, Fahrverbote stehen im Raum. Ein Überblick:

Foto: picture alliance

Grenzwerte: In vielen Innenstädten überschreiten die gemessenen Werte für Stickstoffdioxid (NO2) – ein Gas, das vor allem auch bei Verbrennungsprozessen in Motoren entsteht – laut Umweltbundesamt den zulässigen Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. 2015 hat deswegen die EU-Kommission gegen Deutschland sogar ein Verfahren eröffnet.

Die Deutsche Umwelthilfe klagt in vielen Fällen gegen die zuständigen Länder und fordert sogar Dieselfahrverbote in den Großstädten. In der Diskussion ist auch eine sogenannte Blaue Plakette, die nur besonders schadstoffarme Diesel bekämen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) pocht aber darauf, dass die Kommunen bereits Fahrverbote verhängen können. Unter anderem in München oder Düsseldorf könnte es dazu kommen.

Verbraucherschutz: Immer lauter wird im Gefolge des Dieselskandals vor allem die Forderung nach mehr Verbraucherschutz. Vielen VW-Kunden stößt es sauer auf, dass US-Dieselbesitzer umfangreiche Entschädigungen bekommen können, europäische Kunden aber meist mit einem Softwareupdate zufrieden sein sollen. VW verweist auf das unterschiedliche Rechtssystem: In der EU haben die Hersteller unter anderem erst einmal die Möglichkeit, einen Mangel zu beseitigen, anstatt das Auto gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzunehmen. EU-Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova hat außerdem einen Mangel an Transparenz bei Volkswagen ausgemacht. Brüssel hat vorgeschlagen, mehr Überwachung nationaler Aufsichtsbehörden in der Autobranche einzuführen – das ist derzeit Sache der Nationalstaaten.

Neue Abgastests: Den Schutz des Motors führen viele Hersteller als Grund dafür an, dass die Abgasreinigung in bestimmten Situationen zumindest teilweise herunterfährt – etwa außerhalb sogenannter Temperaturfenster. Kaum ein Autofahrer versteht jedoch, warum ein Motor bereits bei unter 17 Grad gefährdet sein soll. Die Regeln für den umstrittenen Motorschutz sollen daher konkretisiert werden. Experten fordern zudem realistischere Abgastests, etwa auch auf der Straße: Erst durch den festgelegten Prüfablauf auf der Werkstattrolle konnte die von Volkswagen eingesetzte Software den Test erkennen und die Abgasreinigung auf volle Leistung schalten. Zudem sollten Hersteller den Behörden ihre Motorsoftware offenlegen.

Nachbesserungen bei anderen Herstellern: Im Zuge von Nachmessungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) wollen andere Hersteller insgesamt rund 630 000 Autos "freiwillig" nachbessern. Jüngst gab das KBA zum Start der Aktion die Umrüstung für den Geländewagen Porsche Macan frei. Ziel der Nachjustierung ist, dass die Abgasreinigung bereits ab 5 Grad Außentemperatur voll greift und nicht erst ab 17 Grad. Auch Modelle von Audi, Mercedes und Opel sind betroffen, daneben noch einige VW- Nutzfahrzeuge.

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