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    Koblenz

    Patienten sind bei der Vorsorge auch selbst gefordert

    Jeder fünfte Herzinfarkt geschieht aus heiterem Himmel. Plötzlicher Herztod nennen dies Mediziner. Um solchen Patienten möglicherweise besser helfen zu können, setzt sich Dr. Dietmar Burkhardt, Chefarzt am Evangelischen Stift St. Martin am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein für eine frühzeitige personalisierte Vorsorge ein. "Nicht jeder Mensch über 30 Jahre braucht eine umfassende herzmedizinische Vorsorge. Aber wir brauchen ein Risikoprofil jedes Patienten (Hochdruck, Zuckerkrankheit, Stoffwechselerkrankungen, Cholesterinspiegel, Rauchen, Bewegungsmangel).

    Foto: Klaus Eppele – F

    Von unserem Redakteur Christian Kunst

    Und wenn ein Patient schon einmal eine Durchblutungsstörung an den Beinen oder einen Schlaganfall hatte, dann ist sein Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu bekommen, deutlich höher. Es ist daher wichtig, das Risiko der Patienten individuell einzustufen. Das heißt: Nicht jeder hohe Cholesterinwert birgt die gleich hohe Gefahr. Das hängt immer von den Begleitfaktoren ab."

    Gefordert ist bei dieser frühen Herzinfarktvorsorge aus Sicht des Koblenzer Chefarztes vor allem der Hausarzt, der den Patienten in der Regel gut kennt und über einen längeren Zeitraum beobachten kann. Gefragt sei eine regelmäßige Herzdiagnostik: Kontrolle der Werte für Blutdruck, Fettstoff- und Zuckerstoffwechsel und gegebenenfalls ein Belastungs-EKG.

    Etliche Hausärzte würden dies bei ihren Patienten tun. Doch Burkhardt betont: "Es sind noch zu wenige Patienten. Daher könnte man bei diesen Untersuchungen ähnlich wie bei der Mammografie, also der Brustkrebsvorsorge, über ein Einladungsverfahren nachdenken. Doch im Idealfall sagt der Patient selbst: Ich möchte etwas für meine eigene Sicherheit tun."

    Denn für Burkhardt ist gerade eine Herzerkrankung "kein Schicksal, dem wir uns einfach ergeben dürfen. Es existieren viele Zivilisationskrankheiten, die wir nicht nur selbst beeinflussen können, sondern müssen. Es gibt Völker wie die Eskimos, die das Krankheitsbild der koronaren Herzerkrankungen kaum kennen. Das hängt neben deren genetischer Disposition auch mit ihrer Ernährung zusammen. Da brauchen sie keine hochtechnisierte Medizin, sondern nur den Willen des Menschen, der sagt: Ich achte auf meine Bewegung, treibe regelmäßig Sport und ernähre mich ausgewogen. Das beeinflusst das Körpergewicht, dies wiederum den Blutdruck und die Blutzuckerwerte. Das ist das Fatale: Viele Menschen brauchen erst einen großen Leidensdruck, bevor sie sich um sich selbst kümmern. Doch wir müssen umdenken: Wir müssen aktiv selbst mehr für uns tun."

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