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    Rheinland-Pfalz

    Nebenverdienst: Steuerfallen und Tücken bei Onlineverkäufen

    Wer den Keller entrümpelt, sich über unliebsame Geschenke ärgert oder Gesammeltes erbt, versucht oft, Krempel oder Rares über Kleinanzeigen oder Onlineplattformen wie Ebay, Kfz-Portale und Co. zu Barem zu machen. Fünf Millionen Privatleute sollen sich allein auf dem eBay-Marktplatz tummeln.

    "Doch viele wissen nicht, dass private Verkäufe auch einkommensteuerpflichtig sein können, wenn sie nicht nur ab und zu stattfinden", warnt die Sprecherin vom Landesamt für Steuern, Wiebke Girolstein. Sie gibt wichtige Tipps. Denn der Fiskus beobachtet viel. Der dickste Fisch in Sachen Onlinehandel war jemand, der mehr als 870.000 Euro Steuern nachzahlen musste.

    Was müssen Verkäufer beachten?

    Die jährliche Freigrenze liegt bei 256 Euro - abzüglich aller Kosten wie etwa Gebühren. Sobald der Gewinn darüber liegt, muss die gesamte Gewinnsumme versteuert werden. Bei der Steuererklärung ist dazu die Anlage SO (Sonstige Einkünfte) auszufüllen. Für private Verkäufe innerhalb eines Jahres (Spekulationsfrist) gilt die höhere Freigrenze von 600 Euro. Ein steuerpflichtiges Spekulationsgeschäft kann vorliegen, wenn binnen einem Jahr Wertgegenstände wie zum Beispiel Münzen, Kunst, Antiquitäten oder Oldtimer an- und wieder verkauft werden, erklärt Girolstein. Dinge des täglichen Gebrauchs (Beispiel Kleidung) bei Fehlkäufen fallen nicht darunter.

    Privat oder schon Profi ?

    Ist die Grenze zum gewerblichen Handeln überschritten, so fällt neben der Einkommensteuer möglicherweise auch Gewerbesteuer an, wenn der Jahresgewinn über einem Betrag von 24.500 Euro liegt. Als gewerblich und nicht mehr privat gelten Verkäufe, die regelmäßig anfallen. Als Indiz dafür gelten eine hohe Anzahl von Bewertungen oder Angebote, die auf Onlineplattformen sehr aufwendig beworben werden. Neben der Einkommensteuer kann auch Umsatzsteuer fällig werden, wenn Grenzen der sogenannten Kleinunternehmerregelung von 17.500 Euro im Vorjahr und voraussichtlich 50.000 Euro im laufenden Jahr überschritten werden.

    Wer gerät in Verdacht ?

    Wer sich als privat vorstellt, aber mit vielen Einzelbewertungen online erscheint, macht Fahnder stutzig. Werden oft Waren in OVP (Originalverpackung) angeboten, gilt dies als Indiz für gewerbliches Handeln. Der Fiskus erhält auch Hinweise von Banken, die im Zuge der Geldwäscheverdachtanzeigen ungeklärte Kontenbewegungen melden. Auch Geldeingänge auf dem Konto von nahen Verwandten (Eltern, Kinder, Oma), die zeitnah bar abgehoben werden, sind verdächtig und lösen solche Anzeigen aus.

    Wie werden unversteuerte Umsätze aufgespürt?

    Steuerfahnder nutzen dabei eine spezielle Software (sogenannte Webcrawler), die im Netz selbstständig nach bestimmten Kriterien Informationen sammelt. Damit lassen sich nach den Worten von Girolstein hohe Umsätze aufspüren. Dies läuft in Rheinland-Pfalz zentral über das beim Landesamt für Steuern eingesetzte Sonderreferat SES. Das SES-Team liefert bei Verdacht dann Kontrollmitteilungen an die zuständigen Finanzämter. Teils erhält das Landesamt auch Hinweise aus anderen Ländern. Allein in Niedersachsen wertet die Software jährlich bis zu 1500 Datensätze aus, berichtet "Finanztest". Bei Auffälligkeiten fordert das Finanzamt dann die jeweilige Onlineplattform auf, die Klarnamen hinter Spitznamen wie "Schwertlilie" oder "Goldfisch" zu nennen, um den Verkäufer zu ermitteln.

    Was droht Steuerhinterziehern?

    Bei vorsätzlicher Steuerhinterziehung droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe, in besonders schweren Fällen eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren. Die Ordnungswidrigkeit der leichtfertigen Steuerhinterziehung kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Und, wie spätestens seit dem spektakulären Fall von Uli Hoeneß bekannt: Hinterzogene Steuer muss mit Zinsen an den Staat nachgezahlt werden.

    Ursula Samary

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