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    Berlin

    Ein Umbau, der nie endet: Bundeswehr seit der Wiedervereinigung

    „Transformation“ nennt die Bundeswehr den Prozess innerer Umstellung, den immer ein griffiges Motto umreißt: „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“, sagten sich bis 1989 fast eine halbe Million Bundeswehrsoldaten und ein Vielfaches an Reservisten, um den Warschauer Pakt vor einem Angriff auf Westdeutschland abzuschrecken.

    20 Jahre später und 250 000 Soldaten weniger führt nun die Losung „Vom Einsatz her denken“ in die Zukunft. Denn nicht nur die politische Realität in Deutschland, sondern vielmehr die weltweiten Gefahrenherde haben sich binnen zwei Jahrzehnten drastisch verändert.

     

    Erst nur Heimatverteidigung

    43 Jahre lang war der Auftrag der Bundeswehr rechtlich wie inhaltlich klar umrissen: Heimatverteidigung. Nicht mehr, nicht weniger, der Feind klar erkennbar im Osten. Entsprechend stellte man sich in Ausbildung wie Ausrüstung auf die konventielle Massenschlacht im Bayerischen Wald ein. Doch mit dem Zerfall der Blöcke und der Wiedervereinigung begann eine Kette von Transformationen: Parallel zur Integration der früheren Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR gingen deutsche Soldaten erstmals in Auslandseinsätze – Sanitäter 1992 nach Kambodscha, Logistiker ein Jahr später nach Somalia. Auch die folgenden Aufgaben auf dem Balkan offenbarten, dass die Bundeswehr radikal umdenken musste.

     

    Die SPD-Minister Rudolf Scharping und Peter Struck setzten das neue Konzept dann um. Generäle gingen im Streit um die Reformen – und mit ihnen fast die Hälfte der alten Bundeswehr, Dutzende Standorte schlossen die Tore. Auch unter Franz-Josef Jung (CDU) gingen die Straffungen weiter. Die letzten Maßnahmen der Struck’schen Streichliste greifen 2011.

     

    In den Streitkräften machte sich der Umbau vor allem durch eine klare Verschlankung bemerkbar. Von ehemals zwölf Divisionen sind heute noch fünf übrig, darunter die Spezialisten von der Division Luftbewegliche Operationen und der Division Spezielle Operationen.

     

    Zu wenig Infanterie

    Doch vor allem der Einsatz in Afghanistan offenbart nahezu täglich, dass die Bundeswehr auch auf den unteren Ebenen weiter umbauen muss: Dort zählen vor allem Infanterie-Einheiten, die die Dörfer durchkämmen und Regionen mit Patrouillen sichern. Doch ausgerechnet an ihnen mangelt es dem Heer. Dafür gibt es beispielsweise mehr Fernmelde-Gruppen, als strategisch nötig sind.

     

    Die von Guttenberg eingeleitete Sparrunde wird genau dort ansetzen und die Strukturen ausschließlich am Auslandseinsatz ausrichten. Dabei wird er auch vor überflüssigen Kommandostrukturen und traditionellen Versorgungsposten nicht haltmachen. Auch deshalb stand Generalen und Admiralen bei seiner Rede der Mund vor Staunen offen: „Damit hat nun wirklich niemand gerechnet“, so ein Augenzeuge.

     

    Peter Lausmann

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