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    Die Sehnsucht nach der inneren Ruhe

    Der Pilger-Boom ist ungebrochen: Jedes Jahr machen sich Millionen Menschen auf den Weg zu einem Wallfahrtsort. Tendenz steigend: „Je hektischer der Alltag, desto mehr sucht man Entschleunigung“, sagt der Vizepräsident der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, Rudolf Hagmann.

    Trier. Der Pilger-Boom ist ungebrochen: Jedes Jahr machen sich Millionen Menschen auf den Weg zu einem Wallfahrtsort. Tendenz steigend: „Je hektischer der Alltag, desto mehr sucht man Entschleunigung“, sagt der Vizepräsident der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, Rudolf Hagmann.

    Die Pilgerbewegung ist Ausdruck einer großen Sehnsucht nach innerer Ruhe und neuen Lebensinhalten. „Wer jeden Tag in einer Tretmühle steckt, fühlt sich eingeengt und braucht Freiraum zum Atmen“, sagt der 60-jährige Theologe, der seit 15 Jahren pilgert.

    Es reicht das Nötigste

    Viele Pilger hätten mit Kirche und Glauben nichts zu tun, wenn sie sich auf den Weg machten. „Bei dem einen oder anderen führt der Weg aber zu tiefen religiösen Erfahrungen“, sagt Hagmann, der am Jakobsweg im spanischen Santiago de Compostela eine Anlaufstelle für deutsche Pilger initiiert hat. „Nach dem Pilgerweg kommen Menschen in die Kirche, die dort seit Jahrzehnten nicht mehr waren.“ Hagmann hat im September 2011 das Buch „Ich bin ganz Weg“, eine Textsammlung mit Pilgergedanken, herausgebracht. In Anlehnung an Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg“ (2006), sagt der Prälat.

    Wer als Pilger aufbricht, sucht auch die Vereinfachung in der komplexen Welt, erklärt Hagmann. „Es ist faszinierend, wenn man als Fußpilger mit Rucksack sieht, mit wie wenig man wochenlang auskommen kann.“ Aber nicht nur jene Selbsterfahrung ist wichtig. Auch die Begegnung mit anderen Pilgern, die dasselbe Ziel haben, erweitere den Horizont. „Es spielt da keine Rolle, ob man Professor, Prälat oder Angestellter ist. Unterwegs sind alle gleich.“

    Ob man über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela oder zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier pilgert – die Erfahrungen sind immer ähnlich. „Wenn man am Ziel ankommt, verspürt man eine besondere Nähe zu dem Ort und den Menschen“, sagt Hagmann. Er läuft jeden Sommer Etappen auf dem Jakobsweg. Wer einmal zu Fuß gepilgert ist, wird regelrecht infiziert. „Das ist ansteckend. Man kommt immer wieder“, meint er.

    Katholische Kirche fördert Wallfahrt

    Die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft mit Sitz in Aachen informiert über Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela, betreut mehr als 4000 Kilometer des Weges der Jakobspilger in Deutschland und forscht rund um den Pilgerweg. Die Gesellschaft zählt mehr als 3000 Mitglieder.

    Um sich von den Protestanten abzugrenzen, hielt die katholische Kirche am Brauch der Wallfahrten fest und förderte sie. In den vergangenen beiden Jahrhunderten kamen zu den alten Pilgerzielen Marienwallfahrtsorte wie Lourdes und Fátima hinzu. Neben diesen gibt es aber auch noch zahlreiche weitere Pilgerorte. Gerade der Jakobsweg wurde in den vergangenen Jahrzehnten in zunehmendem Maße wiederentdeckt. Die Pilgerväter waren eine Gruppe puritanischer Dissidenten aus England, die nach Amerika segelten, um eine Kolonie zu errichten, in der Glaubensfreiheit herrschen sollte.

    Von Birgit Reichert

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