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Bad Neuenahr

Die Heimspiele sollen zum Familienereignis werden

Mehr Professionalisierung heißt das Stichwort. Am Wochenende startet die Frauenfußball-Bundesliga in ihre neue Saison – und hofft natürlich auf den WM-Effekt.

Celia Okoyino da Mbabi
Celia Okoyino da Mbabi spielt im Mittelfeld mit der Rückennummer 13.
Foto: DPA

Allerdings sind die Erwartungen bescheiden, was steigende Zuschauerzahlen angeht: „Wir möchten unseren Besucherschnitt von rund 800 auf über 1000 anheben“, hofft Bernd Stemmeler, der Präsident des einzigen rheinland-pfälzischen Erstligisten SC 07 Bad Neuenahr.

Er setzt vor allem auf das „Gesicht“ des Klubs: Celia Okoyino da Mbabi, WM-Heldin der ersten Tage, die es mit ihren starken Auftritten und zwei WM-Toren sogar bis auf die Titelseite der „Bild“-Zeitung geschafft hat. „Celia ist bundesweit eine bekannte Persönlichkeit“, sagt Stemmeler, „das wollen wir nutzen.“ Insgesamt vier WM-Teilnehmerinnen bietet der SC 07 auf, neben Okoyino da Mbabi auch Ersatztorhüterin Almuth Schult, die 2010 mit der U 20 Weltmeisterin wurde und aus Magdeburg an die Ahr gewechselt ist, sowie die beiden neuseeländischen Nationalspielerinnen Sarah Gregorius und Katie Hoyle.

Doch der WM-Effekt allein wird die Zuschauer nicht in Massen ins Apollinaris-Stadion treiben. „Die Vereine müssen die regionalen und örtlichen Bedingungen nutzen“, fordert DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg, „und gezielt die Familien ansprechen.“ Denn das hat die Weltmeisterschaft auch gezeigt: Das Publikum beim Frauenfußball ist ein anderes als bei den Männern. Theo Zwanziger, den DFB-Präsidenten, hat in den WM-Tagen vor allem die ungezwungene und friedliche Atmosphäre in den Stadien beeindruckt. Er sagt: „Die Polizei hätte man nach Hause schicken können.“

Auch in Bad Neuenahr hat man Schlüsse gezogen. „Wir haben gemeinsam mit der ADD ganz gezielt Schulen angesprochen, um Klassen oder andere Gruppen, gern auch mit Eltern und Lehrern, zu unserem ersten Heimspiel einzuladen“, erzählt Stemmeler. Wer beim ersten Heimspiel des SC 07 ein Ticket von einem WM-Spiel vorweisen kann, braucht keinen Eintritt zu bezahlen.

Aktionen mit „Eventcharakter“ sind auch für die folgenden Heimspiele in Bad Neuenahr geplant: „Wir müssen im Gespräch bleiben und die Aufmerksamkeit immer wieder neu gewinnen“, sagt Stemmeler. „Unsere Spiele sollen ein Erlebnis für die ganze Familie sein.“

Der Präsident weiß aber auch, dass der Zuschauerzuspruch letztlich in erster Linie vom sportlichen Erfolg abhängt. Nach Rang sechs im Vorjahr wird ein Platz im vorderen Tabellendrittel der Zwölferliga angestrebt. Dafür soll auch der neue Trainer Colin Bell sorgen, dem die Vereinsverantwortlichen auf seiner ersten Station im Frauenfußball einiges zutrauen. „Er hat dem Team ein neues System verordnet“, hat Stemmeler beobachtet, „ich bin sicher, wir können für die eine oder andere Überraschung sorgen.“

Und Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi („Ich kann den Saisonstart kaum erwarten“) appelliert an Unentschlossene: „Wenn Sie guten Fußball mit viel Leidenschaft sehen wollen, dann sollten Sie kommen. Denn den bekommen Sie bei uns zu sehen.“

kif

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