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Nachruf für Stephen Hawking: Für Gott war kein Platz im All

Kennen Sie Martin Bojowald? Oder Lee Smolin? Lisa Randall? Eher nicht, obwohl alle drei bedeutende theoretische Physiker(innen) sind, die an den ganz grundlegenden Theorien der Welt arbeiten, drei von einigen dutzend führenden Wissenschaftlern, die unser Weltbild prägen. Wie Stephen Hawking schrieben auch sie populärwissenschaftliche Bücher über ihr Fachgebiet. Dennoch sind die drei beispielhaft Genannten (noch) keine „Pop-Ikonen“ der Kosmologie geworden wie Hawking. Warum?

Jochen Magnus würdigt das Erbe Hawkings

Jochen Magnus kommentiert.
Jochen Magnus kommentiert.

Sicherlich, weil sie jünger sind als Hawking, vielleicht aber auch, weil sie ihre Theorien viel zurückhaltender verbreiten, als dieser es tat. Denn Hawking, den seine erste Frau nach 30 Ehejahren als „Haustyrann“ bezeichnete, vertrat auch seine wissenschaftlichen Erkenntnisse mit aller Entschiedenheit. In seinem Buch von 2010, „Der große Entwurf“, erklärte er die Philosophie schon auf der ersten Seite für tot und Gott überlebt nicht die Seite Vier. ER wird nach Hawkings Meinung schlicht nicht mehr für die Schöpfung gebraucht, die schafft sich selbst. Stephen Hawking räumte beiseite, was nicht seine Physik war, er haute gerne auf die Pauke.

Ohne seine Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen wäre Hawking vielleicht schon in jungen Jahren von seiner Krankheit besiegt worden. Seine physische wie psychische Hartnäckigkeit ließ ihn für einen ALS-Patienten unglaubliche fünf Jahrzehnte weiterleben. Die Anstöße, die er währenddessen der Physik, der Kosmologie, gab, sind unendlich wertvoll. Seine Erkenntnisse und Vermutungen über Schwarze Löcher gehören zu den Prüfsteinen für physikalische Theorien und versprechen weitere, kaum fassbare Erkenntnisse.

Leben und Bewusstsein waren für ihn natürlich auch nur rein physikalische Prozesse: „Dass es uns Menschen, die wir selbst hauptsächlich Ansammlungen von Partikeln der Natur sind, möglich war, so nah an ein Verständnis der Gesetze zu kommen, die uns und das Universum regieren, ist ein großer Triumph“, sagte Hawking. Auch wenn sich seine persönliche Ansammlung von Partikeln nun auflösen wird, seine Ideen werden noch lange fortleben. Ob aber der Versuch, „eine Theorie von allem“ zu schaffen, auf die Hawking hoffte, jemals gelingen wird, steht in den Sternen.

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