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    Kommentar: Das E-Auto ist noch nicht für alle geeignet – aber schon für viele

    Sind wir mit unserem E-Auto-Alltagstest an die Grenzen dessen gegangen, was diese Fahrzeuge heutzutage leisten können? Diesen Eindruck erwecken die Erfahrungsberichte. Ein Tester ist gleich zweimal liegengeblieben, andere mussten an einer gewöhnlichen Tankstelle Strom für ein paar wenige Restkilometer nach Hause „erbetteln“. Alle klagten über die geringe Reichweite und die in ihren Augen unzuverlässige Reichweitenanzeige.

    Jochen Magnus kommentiert.
    Jochen Magnus kommentiert.

    Jochen
 Magnus
 zum Abschluss des E-Autotests

    Unsere Probefahrer waren im RZ-Land unterwegs, wo es bergauf und bergab geht - ganz anders als im flachen Wolfsburger Land, wo die VWs gebaut werden, witzelte ein Tester beim Abschlussgespräch.

    Ladeverwirrungen

    Begeistert waren alle; die meisten schwärmten geradezu vom elektrischen Fahren. Selbst der kleine E-Up geht ab "wie Schmitz Katze". Gerade die nachfolgende Generation, die den Umweltschutzgedanken mit der Muttermilch aufgesogen hat, fährt voll auf elektrisch ab. Reicht der Strom dann aber nicht mehr für die Shoppingtour, lässt die Begeisterung rasch nach. Denn Nachtanken geht elektrisch leider nicht einfach so. Es hat sich als das größte Problem in unserem Test herausgestellt. 80 Prozent nachladen, während man einen Kaffee trinkt, das hört sich zwar gut an, ist aber fast nirgendwo möglich. Denn die Gleichstrom-Expressstationen haben sich nicht durchgesetzt - sie sind zu teuer. Und zu den unterschiedlichen technischen Standards gesellt sich ein Wirrwarr aus Abrechnungssystemen.

    Ganz offenbar regelt sich der Markt hier nicht selbst; der Staat sollte regulierend eingreifen. So könnte er den Aufbau von Elektrosäulen viel stärker fördern als mit den "läppischen" 300 Millionen Euro aus der E-Mobilitätsinitiative der Bundesregierung und vorschreiben, dass jeder an jeder Ladesäule mit einer Kredit- oder EC-Karte zahlen darf. Gleichstrom-Stationen sollten bevorzugt werden, nur sie ergeben an Fernstraßen Sinn, und sie machen E-Autos zudem erheblich billiger.

    Neue Technologien nötig

    Aber kann man überhaupt ganze Flotten von E-Autos auf diese Weise aufladen - selbst, wenn der Vorgang "nur" 20 Minuten dauert? Das wird wohl niemals möglich sein, hier muss neue Technologie her: Akku tauschen oder induktiv laden, also einfach das Auto über ein Ladefeld stellen. Es zeigt sich, dass elektrische Massenmobilität noch Zeit braucht. Sie wird keine Lawine werden, die jemand lostreten könnte. Eher ein langsames Abschmelzen des "Stinker"-Bestandes: Unternehmen wie die Post zählen mit selbst entwickeltem E-Transporter zu den Vorreitern, viele Lieferdienste könnten ähnlich abgasfrei durch Innenstädte rollen. In der Pkw-Oberklasse fährt Tesla voran, und in den tieferen Ligen rollen ab kommendem Jahr bezahlbare Fahrzeuge auf die Straße, mit denen unsere Tester problemlos in den höchsten Westerwald oder Hunsrück gelangen können. Für viele Kurzstrecken- und Zweitwagenfahrer gibt es schon 2017 keinen Grund mehr, sich den elektrischen Spaß länger vorzuenthalten.

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