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Futter für die Online-Bauern: «Farmville 2» ist da

San Francisco/Berlin (dpa) – «Farmville» ist nicht irgendein Spiel. Die Bauernhofsimulation erwies sich als Attraktion für Facebook-Nutzer. Zuletzt klickten immer weniger User auf die virtuellen Felder- das soll sich mit dem Nachfolgerspiel ändern.

Farmville 2
Das Leben auf dem Bauernhof kann so bunt sein: Auch bei «Farmville 2» können Facebook-Nutzer Scheunen bauen, Weizen ernten und ihre Kühe melken.
Foto: Zynga/Handout – DPA

«Farmville» katapultierte den Onlinespiele-Produzenten Zynga ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und machte das Startup-Unternehmen zum Star der Computerspiele-Branche – zumindest zwischenzeitlich. Mit «Farmville 2» bringt Zynga einen Nachfolger heraus, der an den Erfolg des Online-Klassikers anknüpfen soll. Wie im ersten Teil wird virtuell geackert, gesät und geerntet, allerdings in hübscherer Grafik. Das Spiel ist jetzt weltweit online.

Zu Hochzeiten von «Farmville» loggten sich mehr als 80 Millionen Nutzer im Monat ein, mittlerweile sind es noch 18 Millionen. Das Startup aus San Francisco etablierte damit gar eine neue Spiele-Gattung, etliche Entwickler bauten nach dem großen Erfolg virtuelle Bauernhöfe. Die wichtigste Umsatzquelle bei den Gratis-Spielen ist der Kauf virtueller Güter.

Mittlerweile seien jedoch viele Nutzer weitergezogen, sagte Tim LeTourneau, Top-Manager bei Zynga. «Das heißt nicht, dass sie keine Farmspiele mehr mögen – sie wollen nur dieses Spiel nicht mehr.» Deswegen habe das Unternehmen die virtuelle Landwirtschaft mit «Farmville 2» von Grund auf neu gedacht. Punkten will der Anbieter zum einen mit einer aufwendigeren Grafik. «Unser Ziel war es, die Farm zum Leben zu erwecken», sagte LeTourneau. Auf Basis der Flash-Technologie programmierte Zynga erstmals einen Titel komplett in 3D. «Auf Facebook gibt es kein vergleichbares Spiel», zeigte sich LeTourneau überzeugt. Die Animationen sind gefällig, allerdings weit von aufwendigen Kaufspielen für PC oder Konsole entfernt.

Zum anderen haben die Entwickler an der Spielmechanik geschraubt. Die Simulation ist komplexer geworden: Weizen und Blaubeeren, Eier und Milch werden nicht einfach zu Geld wie im ersten Teil, sondern können weiterverarbeitet werden. Und wer die eigenen Facebook-Freunde zum Anpacken animiert, kommt schneller voran – und sorgt nebenbei für eine virale Verbreitung des Spiels.

Was sich nicht verändert hat: Zynga baut an viele Stellen bewusst Verzögerungen ein. Diese können ungeduldige Nutzer umgehen, indem sie reales Geld ausgeben, etwa für Dünger, der die Saat auf dem Acker schneller gedeihen lässt. Free-to-Play wird dieses Geschäftsmodell in der Branche genannt: Das Spiel ist gratis, aber wer Geld ausgibt, kann schneller vorankommen oder seine Farm aufhübschen.

Zynga ist dringend auf einen Erfolg seiner bekanntesten Marke angewiesen. Die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit und Portemonnaies der Nutzer ist groß. Auch Schwergewichte wie Ubisoft und Electronic Arts mischen bei den Social Games in Online-Netzwerken inzwischen mit und arbeiten beliebte Marken wie «Die Siedler» und «Command & Conquer» zu aufwendigen Online-Spielen um. Der Boom der Smartphones und Tablets macht die mobilen Geräte zu beliebten Spielkonsolen. Hier ist Zynga jedoch nur einer von sehr vielen Anbietern. Eine mobile Version von «Farmville 2» ist ohnehin noch nicht angekündigt.

Damit sich die Kunde vom neuen «Farmville» verbreitet wie sonst nur Unkraut, aktiviert Zynga sein großes Spieler-Netzwerk. Und damit sich bei neuen Nutzern keine Sprach-Barriere auftut, bietet Zynga die knappen Texte in 16 Sprachversionen an, darunter Deutsch – ein Novum für die Amerikaner.

Das neue «Farmville» soll übrigens kein Ersatz für das alte Spiel sein: Teil 1 werde nicht eingestellt, versprach LeTourneau: «Wir werden weiter Inhalte und Erweiterungen machen.»

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