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    Zumwinkel rechnet in Spitzelfall nicht mit Anklage

    Bonn (dpa). In der Telekom-Bespitzelungsaffäre greift der beschuldigte Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel laut «Spiegel» die derzeitige Spitze um René Obermann massiv an.

    Die Führung habe «wieder besseres Wissen» in einer Strafanzeige «die Mär» verbreitet, Zumwinkel habe die Bespitzelung von Journalisten, Managern und Gewerkschaftern veranlasst. Man wolle von den tatsächlichen Verantwortlichen ablenken und ihn in der Öffentlichkeit als «Bösewicht» präsentieren. Das schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf einen Schriftsatz Zumwinkels an die ermittelnde Bonner Staatsanwaltschaft. Ein Telekom-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, die Aussagen Zumwinkels seien «abwegig».

    Seit rund 19 Monaten wird gegen Zumwinkel und den Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke ermittelt. Sie sollen die Konzernsicherheit beauftragt haben, eine undichte Stelle im Aufsichtsrat durch den Abgleich von Telefonverbindungsdaten aufzuspüren und sollen damit gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen haben. Beide weisen die Vorwürfe zurück. Laut «Spiegel» äußerte sich Zumwinkel gegenüber der Staatsanwaltschaft erstmals in dem Fall und betonte über seinen Anwalt Hanns Feigen, er habe keine Kenntnis von den Bespitzelungen 2005 gehabt.

    In der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» sagte Zumwinkel, er rechne nicht damit, dass gegen ihn Anklage erhoben werde. «Ich bin zuversichtlich, dass das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen die Spekulationen beendet», sagte er der FAS. Die Bonner Staatsanwaltschaft war am Sonntag nicht zu erreichen.

    Die Schadenersatzforderung der Telekom gegen ihn sei der «Gipfel der Unverfrorenheit», sagte Zumwinkel dem «Spiegel»-Bericht zufolge. Obermann und dem damaligen Justiziar - und heutigen Vorstand - Manfred Balz warf er vor, sie hätten den Skandal verschleiern wollen.

    Telekom-Sprecher Stephan Broszio betonte, die Telekom habe die Aufklärung des Falls betrieben. Zumwinkel dagegen habe auf eine «geräuschlose Erledigung der Angelegenheit» gedrängt. Die Forderung in Höhe von einer Million Euro beruhe darauf, dass Zumwinkel nach Telekom-Ansicht seine Organpflichten verletzt habe.

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