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Washington

US-Wettbewerbshüter verklagen Chip-Riesen Intel

Wieder schwere Vorwürfe gegen den Chip-Weltmarktführer Intel: Weil das US-Unternehmen über ein ganzes Jahrzehnt hinweg seine beherrschende Stellung missbraucht haben soll, hat es sich eine Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC eingehandelt.

Intel habe «Wettbewerb erstickt und sein Monopol gestärkt», teilte die FTC am Mittwoch mit. Der Chip-Riese habe Computerhersteller mit Drohungen und Anreizen dazu bringen wollen, keine Konkurrenzprodukte zu kaufen. Überdies habe das Unternehmen Software konzipiert, durch die die Leistung der Chips anderer Anbieter beeinträchtigt werde. Mitte Mai hatte die EU-Kommission gegen Intel wegen illegaler Zahlungen in der Computerbranche ein Rekord-Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro verhängt. Der Konzern bestritt die Vorwürfe und wehrt sich rechtlich dagegen.

Intels Vorgehen sei Teil einer systematischen Kampagne, «überlegene Produkte von Wettbewerbern auszubremsen», die eine Bedrohung für den Marktanteil des Unternehmens darstellten, teilte die FTC mit. Der Chip-Pionier «tritt die Prinzipien des Fair Play und die Gesetze zum Schutz des Wettbewerbs mit Füßen», kritisierte Richard Feinstein von der Wettbewerbsbehörde.

Erst vor wenigen Tagen hatten die größten Computerchiphersteller Intel und AMD nach jahrelangem erbitterten Konflikt Frieden geschlossen. Nach Angaben beider Seiten einigten sie sich, alle Streitigkeiten beizulegen, darunter Wettbewerbsklagen und einen Patent-Streit. Intel zahle dem viel kleineren Konkurrenten im Rahmen der Einigung 1,25 Milliarden Dollar.

Advanced Micro Devices (AMD) warf Intel unter anderem vor, Computerhersteller und Händler auf unfaire Weise an sich gebunden zu haben. Die Vorwürfe hatten zu internationalen Untersuchungen geführt. Intel hatte AMD im Zusammenhang mit der Auslagerung der Chip-Produktion Verstöße gegen Patentlizenzen vorgeworfen.

Intel war zuletzt in dem Wettbewerbsstreit immer stärker unter Druck geraten. Anfang November erhob die New Yorker Staatsanwaltschaft eine Klage gegen den weltgrößten Chiphersteller mit dem Vorwurf milliardenschwerer illegaler Rabatte und Bestechungszahlungen.

Die FTC hatte im Juni vergangenen Jahres mit der Untersuchung der Geschäftspraktiken von Intel begonnen. Das Unternehmen kontrolliert 80 Prozent des Weltmarkts für Computerchips. Die Behörde beraumte für den 15. September 2010 eine Anhörung in der Angelegenheit an.

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