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Bonn/Berlin

Telekom führt Frauenquote für Top-Jobs ein

Die Deutsche Telekom hat als erstes Dax- Unternehmen eine Frauenquote für ihr Management beschlossen. Bis 2015 sollten 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen in dem Unternehmen mit Frauen besetzt werden, wie die Telekom am Montag mitteilte.

Deutsche Telekom
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Rene Obermann.

Derzeit seien es 18 Prozent weltweit, in Deutschland zwölf Prozent. «Es gibt zu wenig qualifizierte Leute für unsere Industrie», sagte Telekom-Chef René Obermann der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir brauchen mehr Frauen, und dafür werden wir kämpfen».

Zur Umsetzung will die Telekom Zielwerte bei Neueinstellungen von Hochschulabsolventen oder Auswahlprozessen einführen. So soll in den kommenden Jahren die Quote der eingestellten Hochschulabsolventinnen doppelt so hoch sein wie ihr Anteil in den jeweiligen Abschlussjahrgängen. Wünschenswert ist nach Worten Obermanns zudem, dass künftig auch im Vorstand des Unternehmens Frauen arbeiten. Bislang ist das oberste Führungsgremium des Konzerns allerdings eine reine Domäne für Männer.

Die Frauenquote sei ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness, eine Notwendigkeit für den Erfolg und keine Gleichmacherei, sagte Obermann. Schon jetzt seien 60 Prozent der Absolventen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen Frauen.

Personalvorstand Thomas Sattelberger sagte in Berlin, der Telekom gehe es um die spürbare und nachhaltige Umsetzung von Chancengleichheit für die besten Talente auf einem zunehmend enger werdenden Nachwuchsmarkt. «Unsere jahrelangen Maßnahmen zur Frauenförderung waren redlich und gut gemeint, der durchschlagende Erfolg blieb wie in allen großen Unternehmen leider aus.» Er erwartet, dass die Entscheidung auch über die Telekom hinaus Signalwirkung haben werde.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) begrüßte die Entscheidung. «Frauen haben längst die Arbeitswelt erobert. Aber dort, wo die wichtigen Entscheidungen getroffen werden, bleiben die Männer immer noch unter sich», wurde sie in der Telekom-Mitteilung zitiert. Die Unternehmen könnten es sich aber gar nicht mehr leisten, in den Führungsetagen auf die Kompetenz von Frauen zu verzichten. Die Vorsitzende der CDU-Frauen-Union, Maria Böhmer, sagte: «Die Frauenquote der Telekom ist ein Signal an die deutsche Wirtschaft.»

Statt einer Quote forderte die FDP bessere Kinderbetreuung und familienfreundlichere Arbeitszeiten von den Unternehmen. «Eine Frauenquote doktert nur an den Symptomen herum und ändert nichts an den Ursachen, sagte die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Nicole Bracht-Bendt laut Mitteilung.

Das Problem ist seit langem bekannt: Im vergangenen Jahr saß in den 80 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland nur eine einzige Frau im Vorstand: Die für den Einkauf zuständige Barbara Kux bei Siemens. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) waren 2008 von den 441 Vorstandsposten der 100 größten Unternehmen nur vier von Frauen besetzt.

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