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    Berlin

    «Schlammschlacht» um Wikileaks

    Ein Aussteiger setzt die Enthüllungsplattform Wikileaks mit sehr persönlichen Enthüllungen unter Druck: Begleitet von heftigen Vorwürfen und rechtlichen Schritten stellte Daniel Domscheit-Berg am Donnerstag in Berlin sein Buch «Inside WikiLeaks» vor.

    Daniel Domscheit-Berg arbeitete drei Jahre ehrenamtlich für Wikileaks, war Sprecher und das Gesicht neben Julian Assange. Seine Kritik ist eindeutig, an der Idee hält er aber fest.
    Daniel Domscheit-Berg arbeitete drei Jahre ehrenamtlich für Wikileaks, war Sprecher und das Gesicht neben Julian Assange. Seine Kritik ist eindeutig, an der Idee hält er aber fest.
    Foto: Keystone

    Das Projekt habe «nicht mehr die Ziele verfolgt, die wir gehabt hatten», sagte der Autor und ehemalige Sprecher der Enthüllungsplattform. Wikileaks habe sich nicht schnell genug als Organisation etabliert, in der es Transparenz gebe. Vielmehr seien Entscheidungsprozesse allein von der Person des Gründers Julian Assange abhängig. Blogger werteten die Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten als «Schlammschlacht».

    Domscheit-Berg rechtfertigte die Entwendung von etwa 3500 bisher unveröffentlichten Dokumenten, weil sich Assange nicht um die Sicherheit dieser Informationen gekümmert habe. Auch Techniker von Wikileaks hätten kein Vertrauen mehr in Assange gehabt. «Das ist der Grund, warum einige Komponenten dem System entzogen wurden.» Dabei geht es um eine Technik, um vertrauliche Dokumente anonym einreichen zu können.

    Wikileaks hat dem ehemaligen Sprecher Sabotage vorgeworfen und rechtliche Schritte angekündigt. Domscheit-Berg habe zugegeben, das zentrale System der Plattform für das Einreichen von Dokumenten beschädigt und Material gestohlen zu haben. Diese Sabotage mache eine umfassende Erneuerung der Technik für das Einreichen von Dokumenten erforderlich, erklärte Wikileaks am Donnerstag in einer im Internet veröffentlichten Erklärung.

    Domscheit-Berg sagte, er habe vor seinem Ausstieg im September 2010 drei Wochen lang versucht, mit Assange eine sichere Übergabe der übernommenen Dokumente zu organisieren. Dies sei nicht gelungen. «Daher haben wir uns entschlossen, dieses Material zwischenzulagern, bis eine sichere Übergabe gewährleistet ist.» Domscheit-Berg bedauerte, dass jetzt ein Anwalt eingeschaltet worden sei, und bekräftigte, dass er weiter zu einer Übergabe bereit sei.

    Der Anwalt Johannes Eisenberg, Mitbegründer der Berliner «tageszeitung» (taz), beschuldigte Domscheit-Berg, «Materialien und Datenbestände» der Wikileaks-Organisation entwendet zu haben. Er sei beauftragt worden, «die Ansprüche von Herrn Assange und Wikileaks notfalls gerichtlich durchzusetzen». Assange habe ihn «ferner gebeten, gegen die von Domscheit-Berg über Herrn Assange verbreiteten Verleumdungen vorzugehen».

    Domscheit-Berg bekräftigte, dass die Enthüllung von gesellschaftlich relevanten Dokumenten eine wichtige Aufgabe für mehr Transparenz sei. «Wir waren irgendwann ein neutrales Werkzeug, das nicht versucht hat, mit den Inhalten Politik zu machen. Heute reagiere Wikileaks auf aktuelle politische Ereignisse. «Das bringt dieses neutrale Werkzeug weg von dem, was es einmal war.»

    Zu seinem neuen Projekt «Openleaks» sagte er: «Wir sind einfach nur ein Dienstleister», der einen technischen Mechanismus bereitstelle. In einer ersten Testphase werde es etwa sechs Medien und Nichtregierungsorganisationen geben, mit denen Openleaks bei der Einordnung und Veröffentlichung von Dokumenten zusammenarbeiten werde.

    Erklärung von Wikileaks

    Erwiderung Domscheit-Berg

    Wikileaks: Netzgemeinde kritisiert «Schlammschlacht»Experte: «Enthüllungen sind Popkultur geworden»
    Computer
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