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    Samsung Chromebook: Netbook für die Internet-Wolke

    Zwei Jahre lang hat Google am Konzept des PC-Betriebssystems Chrome gewerkelt. Das erste Chromebook von Samsung ist schnell und sicher, bietet aber nicht alle Funktionen eines herkömmlichen Laptops. Und ohne Internet-Zugang kann es kaum etwas.

    Samsung Chromebook
    Auf den ersten Blick sieht das Chromebook aus wie die meisten anderen Laptops. Ohne Internet-Verbindung geht aber gar nichts. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Das Hochfahren eines herkömmlichen Personal Computers ist oft eine zeitaufwendige Angelegenheit. Zwei, drei Minuten können ins Land gegen, bis ein Windows-Laptop den Boot-Vorgang absolviert hat und tatsächlich arbeitsbereit ist. Beim neuen Samsung Chromebook ist das ganz anders.

    Samsung Chromebook
    Nicht zu verkennen: Das Chromebook trägt das Logo vom Google-Betriebssystem Chrome auffällig auf dem Gehäuse. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Handgestoppte neun Sekunden benötigt der Laptop vom Drücken der Einschalttaste bis zur Anzeige des Login-Fensters. Nach der Eingabe des Passworts verstreichen nur noch zwei weitere Sekunden, bis die Web-Oberfläche erscheint und der Rechner betriebsbereit ist. Im selben Tempo stellt das Chromebook eine Netzverbindung über WLAN her.

    Samsung Chromebook
    Über den Chrome Web Store kommt man an weitere Programme heran - sogar das vom Handy bekannte Spiel «Angry Birds» gibt es. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Noch schneller - in insgesamt drei Sekunden - wacht das Chromebook aus dem Ruhezustand auf und hat die WLAN-Verbindung wieder aufgebaut. Das schaffen bislang nur Laptops wie das MacBook Air von Apple, die über eine SSD-Festplatte verfügen. Allerdings kosten SSD-Laptops in der Regel doppelt so viel wie das 400 Euro teure Gerät von Samsung.

    Für den ultraschnellen Start sorgt das verwendete Betriebssystem. Bislang übliche Laptops mit Windows oder MacOS fahren beim Start etliche Systemschichten, Komponenten und Programme hoch, die beim Booten des Rechners oft eine gefühlte Ewigkeit in Anspruch nehmen. Das Chromebook hingegen besteht im Kern nur aus einem schlanken Linux-System und dem Chrome-Browser. Programme wie ein E-Mail-Client, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation - aber auch Spiele oder Bildbearbeitungsprogramme - werden nicht lokal auf dem Rechner installiert, sondern in dem Browser als Webservice abgerufen.

    Zum Arbeiten im Netz bietet Google seine bewährte Suite von Web-Anwendungen an, die aus Googlemail, Kalender und einer Serie von Apps wie Google Docs bestehen. Die Anwendungen können von Google stammen, müssen aber nicht. Man kann also auch mit den Web-Anwendungen von Yahoo, Web.de, Microsoft oder GMX arbeiten. Verwendet man den Gastmodus, kann man den Rechner auch ohne Google-Login verwenden. Der Anwender hinterlässt dann auf dem Chromebook keine Datenspuren.

    In einem Web Store kann man aus weiteren knapp 5000 Anwendungen auswählen, die zumeist aber nur aus Links auf Web-Angebote bestehen. Es fehlen wichtige Programme, die viele Laptop-Besitzer regelmäßig nutzen, beispielsweise eine Videoschnitt-Software oder Skype für das Telefonieren über das Internet - auch wenn es von Google selbst eine VoIP-Anwendung gibt.

    Das größte Manko der Web-Anwendungen ist aber nicht etwa eine zu geringe Vielfalt des Angebots, das ohnehin rasant wächst, sondern die Abhängigkeit von einer flotten Netzverbindung. Offline läuft fast gar nichts. Daher ist das Chromebook derzeit vor allem für Anwender interessant, die sich ohnehin den ganzen Tag in einer vernetzten Umgebung befinden, etwa Studenten auf dem Campus oder Nutzer mit einer guten WLAN-Versorgung zu Hause und im Büro. Für die Verbindung unterwegs kann man mit der 450 Euro teuren UMTS-Version des Chromebooks via Mobilfunk online gehen. Im Funkloch auf einer Bahnstrecke oder im Flieger ist man jedoch offline, so dass man dort mit dem Samsung-Gerät quasi nichts anfangen kann.

    Chrome-Chefentwickler Sundar Pichai kündigte an, in den kommenden Monaten würden die zentralen Anwendungen auf dem Chromebook wie Googlemail und Google Docs auch offline laufen. «Auf meinem persönlichen Chromebook funktioniert das bereits. Wir werden diese Funktion demnächst für alle freischalten, wenn wir noch einige kleinere Fehler beseitigt haben.» Einen genauen Zeitpunkt für die Einführung der Offline-Option wollte Pichai aber nicht nennen.

    Aber nicht nur wegen der kommenden Offline-Funktion können sich Chromebook-Besitzer auf künftige Updates freuen, die automatisch im Hintergrund eingespielt werden. «Während ein herkömmlicher Laptop im Laufe der Zeit in der Regel immer langsamer wird, werden Chromebooks immer besser», verspricht Pichai. Hoffentlich erweitert Google mit künftigen Updates auch die Auswahl der Multimedia-Dateien, die angeschaut und abgespielt werden können. Derzeit sind das MP3- und AAC-Dateien sowie Bilder im JPEG- und PNG-Format. QuickTime-Filme oder Dateien im populären MKV-Format lassen sich dagegen derzeit nicht abspielen.

    Um ständige Updates einer Antivirus-Software müssen sich Chromebook-Besitzer hingegen keine Gedanken machen. Die Architektur des Google-Systems kann nämlich nicht durch Trojaner und andere Schadprogramme angegriffen werden. Das Chromebook überprüft außerdem bei jedem Start mit Hilfe des TPM-Chips (Trusted Platform Module) von Infineon die Integrität des Systems. Sollte der Check ergeben, dass fehlerhafter oder schädlicher Code eingeschleust werden soll, startet der Rechner von einer geschützten zweiten Version der Systemsoftware.

    Mit dem Chromebook kann man im Prinzip den ganzen Tag lang arbeiten. Spielt man permanent ein HD-Video von YouTube ab, macht der Akku nach gut sechs Stunden schlapp, da der verbaute Intel-Prozessor (Dual Core Atom N570) recht genügsam ist. Das Display bietet eine angenehm hohe Auflösung (1280 x 800 Bildpunkte) und ist matt - es spiegelt also nicht so, wie die meisten Bildschirme in aktuellen Laptop-Modellen. Allerdings verschlechtert sich bei dem Samsung-Gerät die Bildqualität spürbar, wenn man von der Seite auf das Display schaut.

    Solche Vor- und Nachteile treten beim Chromebook aber in den Hintergrund. Online oder offline ist die entscheidende Frage. «Mangels Festplatte muss alles in die Cloud», sagt Christian Wölbert, Redakteur der Fachzeitschrift «c't». Für die meisten Privatanwender tauge Googles Surfmaschine nur als Zweitgerät. Auch Matthias Kremp von «Spiegel Online» stört sich an der totalen Abhängigkeit vom Netzzugang. «Erst wenn Google - und die Hersteller von Chrome-Web-Apps - dieses Manko abstellen, können Netz-Notebooks eine wirklich ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Laptops sein.»

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