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Erfurt

PC-Spiele werden immer erwachsener

dpa

Computerspiele verlieren nach Ansicht des Erfurter Wissenschaftlers Sven Jöckel zunehmend das Image eines «Kindermediums».

«Heute muss man sich mit Mitte 30 nicht mehr genieren, wenn man PC-Spiele nutzt», sagte Jöckel, der als Juniorprofessor an der Universität Erfurt digitale Medien erforscht, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Erwachsene» Spiele wie die «Wii»-Konsole oder ausgeklügelte Strategiespiele trügen dazu bei, dass die Zielgruppe und damit auch die Umsätze stetig wachsen. Allein in Deutschland habe die Branche im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Weltweit belaufe sich der Umsatz auf schätzungsweise mehr als 35 Milliarden Euro.

Das ungebrochene Interesse an PC- und Onlinespielen hängt Jöckel zufolge auch mit neueren, interaktiven Programmen zusammen, bei denen der Nutzer mit vollem Körpereinsatz spielen kann. Aber auch Klassiker wie die Figur «Mario» hätten weiterhin eine große Fangemeinde. «Mario verkauft sich immer noch sprichwörtlich wie geschnittenes Brot», sagte Jöckel. Zur Ergänzung des konventionellen Ladengeschäfts mit PC-Spielen setzten die Unternehmen verstärkt auf Internetangebote. «Xbox 360 und Playstation 3 haben inzwischen eigene Online-Portale, bei denen man Spiele herunterladen kann.» Dabei müssten die Anbieter allerdings darauf achten, dass technische Voraussetzungen wie die Belastbarkeit der Server erfüllt sind.

Jöckel plädierte im Zusammenhang mit PC-Spielen für einen differenzierten Umgang mit dem vielfach diskutierten Phänomen der Spielsucht. «Ich habe ein Problem mit dem Begriff», sagte er. «Problematisch wird es dann, wenn Menschen nur noch über das Spielen zu Erfolgserlebnissen kommen.»

Spannender als die Suchtdebatte sei für ihn die Frage, welche Schlüsse sich aus der Interaktion der Spieler in den Internet-Spielen ziehen ließen. Jöckel untersucht in einem neuen Forschungsprojekt, ob die Nutzer etwas aus dem Wertesystem ihres realen Lebens mit in das Online-Spiel nehmen und umgekehrt. Erste Anzeichen für einen Zusammenhang gebe es bereits: «Idealistische Menschen tun sich mit hierarchischen Strukturen im Spiel schwer», sagte Jöckel. Im nächsten Sommer sollen weitere Erkenntnisse vorliegen.

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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