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    Berlin/KölnOnline-Initiative gegen Viren wird konkreter

    Nach heftiger Kritik hat der Internet-Verband eco seine bundesweite Initiative zum Kampf gegen die wachsende Flut von Computerviren konkretisiert. Ziel sei es, Internet-Nutzern kompetente Unterstützung anzubieten, wenn ihr PC ohne ihr Wissen zum Beispiel Teil eines Botnetzes geworden sind.

    Dies teilte eco am Donnerstag in einer Stellungnahme mit. In solchen Netzen werden private Rechner meist völlig unbemerkt vom Nutzer gekapert und für die Verbreitung von Schadprogrammen oder Spam-Mails zusammengeschaltet. Die in dieser Woche vorgestellte eco-Initiative war in der Branche auf heftige Kritik und Datenschutzbedenken gestoßen.

    Hilfe und Aufklärung solle in mehreren Schritten angeboten werden, erläuterte eco. Geplant sei, dass der betroffene Kunde zunächst eine Website besuchen solle, auf der er Informationen und Hilfsmittel findet. In einer zweiten Stufe solle dem Kunden auch telefonische Beratung über ein Call Center angeboten werden.

    Die Kritik hatte sich zuvor daran entzündet, dass der Nutzer vom Service-Provider automatisch auf eine andere Website umgeleitet werden sollte. Auch über Sanktionen gegen nicht kooperative Nutzer war spekuliert worden. Dagegen soll nun die Benachrichtigung der betroffenen Kunden auf mehreren Wegen stattfinden - «etwa durch eine Vorschalt-Website beim Öffnen des Browsers sowie zusätzlich per Post».

    Service-Provider wie die Deutsche Telekom hatten unmittelbar nach der ersten Vorstellung des Projekts am vergangenen Dienstag zunächst Bedenken geäußert, ob die Pläne überhaupt realistisch sind. Der eco- Verband habe seine Pläne und die Diskussion einfach als Fakten vorgestellt, dabei seien es nur Möglichkeiten, wie man die Cyberkriminalität bekämpfen könne, sagte Telekom-Sprecher Ralf Sauerzapf am Donnerstag dem «Hamburger Abendblatt».

    Ein automatisches Umleiten müssten die Kunden zumindest von T- Online nicht fürchten. «Wir planen das nicht, wir nehmen keine Kunden vom Netz.» Und ob die Vorschläge technisch überhaupt umsetzbar seien, sei noch ungewiss, zitiert die Zeitung eine Stellungnahme von Hansenet (Alice).

    Dabei sei die Idee vom Prinzip her «klasse», sagte Hans-Peter Bauer, Europa-Chef des Antiviren-Herstellers McAfee am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Alles, was wir gemeinsam tun können, um das Internet vertrauenswürdiger zu machen, ist eine gute Initiative.» Jetzt müssten aber konkrete Schritte folgen.

    Ob und wie die Pläne mit dem geltenden Datenschutz in Einklang gebracht werden können, muss noch geklärt werden. Christoph Vilanek, Vorstandsvorsitzender von Freenet, hält das Konzept nicht für praktikabel: «Mit welcher datenschutzrechtlichen Logik will die Regierung die Viren auf einem privaten Rechner identifizieren und löschen?», sagte Vilanek im «Abendblatt». «Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.»

    Man werde allerdings den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit mit in die Ausgestaltung des Projekts einbinden, damit der Datenschutz bei der Entwicklung des Konzepts sichergestellt ist, betonte eco.

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