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Berlin

Online nach der besten Klinik für das Knie suchen

dpa

Über die medizinische Qualität von Kliniken können sich Interessenten nun auch im Internet informieren. Der «AOK- Krankenhausnavigator» zeigt die Ergebnisse von Operationen an Hüft-, Kniegelenken oder Oberschenkelbrüchen auf.

Das sagte der Chef des AOK- Bundesverbandes, Herbert Reichelt, am Donnerstag in Berlin. Das Onlineregister führt bisher rund 200 Kliniken in Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe auf. Sie meldeten Ergebnisse von bis zu einem Jahr zurückliegenden Operationen und deren Folgen. Bis Ende 2010 sollen Daten aus bundesweit rund 1000 Krankenhäusern im Internet abrufbar sein.

Sortiert nach Krankheiten, Postleitzahl (PLZ) und Entfernung in Kilometerzahl können Interessenten im Krankenhausnavigator nach der geeigneten Klinik suchen. Mit der Maus kann man dabei auf der Abbildung eines menschlichen Körpers die Stellen anklicken, die operiert werden sollen. Nach wenigen weiteren Klicks erscheint eine Liste der Hospitäler: die obersten 20 Prozent werden als gut bewertet, die untersten 20 Prozent als schlecht. Der Rest ist Durchschnitt.

«Aus Patientensicht ist dies ein wesentlicher Schritt nach vorne», findet der Gesundheitsleiter bei der Verbraucherzentrale Bundesverband, Stefan Etgeton. «Das ist der Königsweg in der Qualitätssicherung.»

Für den Krankenhausnavigator wurden die Daten von 76 000 AOK- Patienten anonym ausgewertet und Krankenhäuser aufgeführt, die mindestens 30 Eingriffe nach Hüft- Kniegelenk- oder Oberschenkelbrüchen machten. Die Seite selber ist aber nicht nur für AOK-Patienten zugänglich.

Einzigartig ist dieses Krankenhausportal nicht. Weltweit gibt es nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie 30 solcher Register. Vor allem die Schweden gelten als vorbildlich für Transparenz im Gesundheitswesen. Bereits vor 30 Jahren etablierten sie ein Register ihrer Kliniken. Damit sei die Zahl der Anschlussoperationen halbiert worden, sagt der Vorsitzende des Orthopädenverbandes, Uwe Niethard. Oft treten Infektionen, Verzerrungen oder Blutgerinnsel erst auf, wenn der Patient längst in Reha oder zu Hause sei.

Der Krankenhausnavigator soll Patienten vor allem umfassende Informationen vor planbaren Operationen liefern und Ärzten helfen, diese besser zu beraten. Einige Gesundheitsexperten sehen in der Einführung eines Onlineportals aber auch ein Mittel zur Kostensenkung. Ein Einsparpotenzial zwischen 40 und 50 Millionen Euro könne sich nach drei Jahren ergeben, sagt Niethard und beruft sich auf Schweden.

Was jetzt noch den stationären Bereich betrifft, soll später auch auf den ambulanten Bereich ausgeweitet werden. Allmählich soll das Onlineregister dann auch erweitert werden – mit Eingriffen wie Gallenblasenentfernung oder Herzkatheter.

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