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Barcelona

NSN hofft auf engere Zusammenarbeit mit Siemens

dpa

Der Chef des Netzwerk-Ausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) hofft auf eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen Mutterkonzernen. Vor allem bei Siemens gebe es noch viele Geschäftsmöglichkeiten, sagte Rajeev Suri auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

Eine Überschneidung mit dem deutschen Industriekonzern sieht Suri zum Beispiel beim Thema Smart Metering, darunter versteht man die automatische Übermittlung der Daten von Stromzählern über Mobilfunknetze. Über Nokia hingegen erhalte NSN Einblicke in das Nutzungsverhalten der Verbraucher.

Grundsätzlich, betonte Suri, sei NSN sich nach wie vor der Unterstützung der Mütter sicher. Der Netzwerkausrüster lag im vergangenen Jahr schwer auf den Taschen der Anteilseigner – Nokia und Siemens mussten milliardenschwere Abschreibungen auf das Gemeinschaftsunternehmen vornehmen.

Trotzdem schossen die beiden Ende 2009 noch einmal Kapital zu und unterstützen Nokia Siemens nach den Worten von Suri auch bei neuen Verhandlungen mit Banken. Ob sich Siemens, wie von Finanzchef Joe Kaeser in einem Interview kürzlich angedeutet, langfristig aus dem Telekomgeschäft zurückziehen werde, darüber mache er sich jetzt noch keine Gedanken, sagte der NSN-Chef. Siemens hat sich bis 2013 zu dem Netzwerkausrüster mit Nokia verpflichtet.

Über die Finanzlage seiner eigenen Kunden sei er «vorsichtig optimistisch», sagte der NSN-Chef. Zwar gewann der Netzwerkausrüster zuletzt große Aufträge von Netzbetreibern auf der ganzen Welt, ob sich das allerdings bis Ende 2010 fortsetzen wird, darüber wollte Suri keine Aussage treffen. Der Wettbewerb bleibe hart. Im laufenden Jahr rechnet der Netzwerkausrüster für die Branche mit einer stabilen Entwicklung, will seinen eigenen Marktanteil dabei aber steigern. Das werde nicht allein über den Preis passieren, schränkte Suri ein. Vor allem im Dienstleistungsgeschäft müsse sein Unternehmen mehr bieten als einen günstigen Preis.

Suris größte Aufgabe ist derzeit aber, das Unternehmen wieder profitabel zu machen. Um jährlich rund eine halbe Milliarde Euro will NSN die Betriebskosten bis 2011 drücken. Mindestens noch einmal soviel soll durch den günstigeren Einkauf von Material und Leistungen gespart werden. Das harte Sparprogramm schließt auch den Abbau von Arbeitsplätzen ein. Wo allerdings die angekündigten sieben bis neun Prozent der weltweit mehr als 60 000 Stellen wegfallen werden, stehe immer noch nicht fest, sagte Suri. In Deutschland beschäftigt NSN rund 10 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen sei sich aber der Bedeutung der deutschen Standorte bewusst, betonte Suri.

Gespräch: Annika Graf, dpa-AFX

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