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Barcelona

Nokia und Intel peilen Plattform für Datendienste an

dpa

Nokia und Intel wollen mit einer gemeinsamen Plattform eine Schlüsselposition bei mobilen Datendiensten erobern. Das neue Betriebssystem mit dem Namen «MeeGo» solle über alle möglichen Geräte hinweg reichen, vom Handy über Unterhaltungselektronik wie Fernseher bis hin zu Autoradios, kündigten die Unternehmen am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona an.

Die Vision ist, dass Geräte verschiedener Hersteller mit MeeGo laufen und die Nutzer damit überall auf ihre Programme und Daten zugreifen können. Die mobilen Datendienste sind – vor allem auf den computerähnlichen Smartphones – auf dem Vormarsch. Für die kommenden Jahre wird ein explosives Wachstum erwartet.

Die neue Software-Plattform basiert auf Intels Betriebssystem Moblin und soll im zweiten Quartal Entwicklern zur Verfügung stehen. In der zweiten Jahreshälfte sollten erste Geräte auf den Markt kommen.

MeeGo sei eine offene Plattform und könne Entwicklern damit viel Arbeit ersparen, betonte Nokia-Manager Kai Öistämö. Einmal programmierte Anwendungen liefen automatisch auf vielen verschiedenen Plattformen, darunter auch auf Nokias Handy-Betriebssystem Symbian, das zuletzt etwa 47 Prozent des Smartphone-Marktes hielt. MeeGo werde mit Symbian koexistieren, ermögliche aber eine völlig neue Klasse von Geräten im High-End-Bereich. Der Einsatz sei nicht an eine bestimmte Hardware, etwa Prozessoren von Intel gebunden, hieß es.

Damit liefert Intel erstmals eine Software, die theoretisch auch auf Geräten mit Konkurrenz-Prozessoren wie denen von ARM läuft. Intel hatte im vergangenen November die Version 2.1 seiner Moblin-Software herausgebracht. Das auf Linux basierende offene Betriebssystem war zunächst für die Nutzung auf Geräten mit Intels Mobil-Prozessor Atom ausgelegt, der unter anderem in den populären Netbooks genutzt wird.

Nokia ist der weltgrößte Handy-Hersteller und Intel der mit Abstand führende Chipproduzent. Die Kooperation der beiden Konzerne könnte Intel im Markt der mobilen Geräte und Smartphones deutlich weiterhelfen. Bislang waren die Prozessoren des Herstellers für den Einsatz in den kleinen Multimedia-Handys meist zu stromhungrig. Auch Apple griff für sein neues iPad statt auf Intel-Prozessoren auf eine Eigenentwicklung zurück. Nokia hatte unter dem Druck der Rivalen wie Apple zuletzt an Gewicht im Handy-Markt verloren.

MeeGo ist eine Art Gegenstück zu Googles Allianz um das Handy-Betriebssystem Android, bei der diverse Gerätehersteller mitmachen. Auch Samsung hatte am Sonntag in Barcelona eine eigene Plattform für mobile Anwendungen mit dem Namen Bada angekündigt. Eine treibende Kraft im Smartphone-Markt ist Apples iPhone; die Plattform wird im Gegensatz zum Beispiel zu Android von dem Konzern kontrolliert und die Programme laufen nur auf Apple-Geräten.

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