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Hamburg

Nett im Netz: Gutes Benehmen zählt auch online

dpa/tmn

Für den gepflegten Umgang unter Internet-Nutzern hat sich schon in der Web-Frühzeit ein Begriff etabliert: Netiquette. Doch längst nicht jeder hält sich an diese Anstandsregeln. Dabei können sich schlechte Manieren rächen.

Die Netiquette habe eher Hinweis- als verpflichtenden Charakter, sagt Besim Karadeniz vom Info-Portal netplanet.org. Das könnte ein Grund dafür sein, dass es darum überraschend ruhig geworden ist – obwohl Internet-Kommunikation in Zeiten von sozialen Netzwerken und Kurznachrichtendiensten immer wichtiger wird.

Dennoch benehmen sich Nutzer von Facebook und Co. besser nicht wie die Axt im Walde. Schließlich haben die Netzwerke Verhaltensregeln. In denen von StudiVZ etwa steht, es sei nicht gestattet, Personen zu mobben oder lächerlich zu machen. Dem Kodex widerspricht auch Diskriminierendes und Rassistisches.

Beleidigungen und strafrechtlich Relevantes sind aber eher selten, glaubt Karadeniz. Umso mehr Irritationen gebe es wegen Ironischem und Sarkastischem. Wer etwas bissig kommentieren und damit niemanden verletzen will, haut leicht daneben – trotz der Smileys, die signalisieren sollen: Alles gar nicht böse gemeint.

Reiben sich andere an einem solchen Beitrag, löst das mitunter Diskussionslawinen aus, «Flame Wars». Erst denken, dann posten, ist daher die Devise, sagt Patrick Schenck vom Trendbüro in Hamburg – «vor allem, weil der virtuelle Bekanntenkreis und die Informationsflut immer größer werden.»

Je mehr online kommuniziert wird, desto lässiger wird der Umgang, hat der Experte beobachtet. Umso wichtiger ist es, sich am Riemen zu reißen – schon bei Dingen, die nichts mit Beleidigungen zu tun haben. So gehöre es sich, Rechtschreibung und Ausdrucksweise zu prüfen und das Gegenüber nicht mit ellenlangen Texten zu überfordern, sagt Axel Schmiegelow vom Bundesverband Digitale Wirtschaft in Düsseldorf.

«Wer seine Nachricht verfasst, sollte sich im Klaren sein, für wen das Geschriebene zugänglich», so der Social-Media-Experte. Geht eine Mail aus Versehen über den großen Verteiler, gibt es kein Zurück. Und läuft es ganz dumm, wird die Sache zum Super-GAU – wie im Fall der beiden Kolleginnen, die per E-Mail über ihr Liebesleben plauderten, was wegen eines falschen Klicks letztlich alle Welt lesen konnte.

Zum guten Ton gehört es laut Schenck auch, Quellen durch Links anzugeben und Urheberrechte zu wahren. Geht es um Letzteres, ist etwa das Posten kurzer Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Texten legitim. Den kompletten Text zu verwenden, ist dagegen illegal.

«Die Netiquette muss natürlich an die Nutzer angepasst sein», sagt Karadeniz. Entsprechend lassen etwa die Twitter-Betreiber den Nutzern weitgehend freie Hand dabei, wie sie ihre Tweets aufbauen. Denn die Plattform wächst stetig, und damit verändern sich auch die Umgangsformen. «Die Verhaltensregeln», so Schenck, «kommen also auch aus der Netzwerkstruktur selbst, nicht nur von außen.»

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