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München

Infineon mit gutem Jahresstart

dpa

Der Chipkonzern Infineon hat sich nach einem überraschend guten Start ins Geschäftsjahr höhere Ziele gesteckt. «Wir erwarten nun ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent», sagte Konzernchef Peter Bauer am Freitag in München.

Bisher hatte der Konzern ein Umsatzplus von 10 Prozent angepeilt. In den ersten drei Monaten 2009/10 (30. September) profitierte das Unternehmen vor allem von guten Geschäften mit Automobil- und Industriechips. Auch die wirtschaftliche Erholung und eine größere Nachfrage der Verbraucher habe zu dem Wachstum beigetragen, erklärte Bauer. An den Börsen sorgte die Quartalsbilanz für gute Stimmung. Am Nachmittag legten die Infineon-Aktien zeitweise um gut drei Prozent auf über 4 Euro zu.

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz des Unternehmens von 855 Millionen im Vorquartal auf 941 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 66 Millionen Euro, nach 14 Millionen im Quartal zuvor. Ohne den Gewinn aus dem Verkauf seines Geschäfts für drahtgebundene Kommunikationschips (WLC) wäre der Konzern aber unter dem Strich in die roten Zahlen gerutscht, da er seine französische Fertigungsstätte Altis endgültig abgeschrieben hat. Bei Halbleiterkonzernen ist der Vergleich zum Vorquartal wegen der stark schwankenden Preise üblich.

In allen vier Segmenten, also sowohl bei Auto- und Industrie-, als auch bei Handy- und Sicherheitschips, verbuchte der Konzern zwischen Oktober und Dezember Gewinne. Geholfen habe hierbei auch die hohe Auslastung in der Produktion, hieß es. Angesichts der starken Nachfrage will Infineon im laufenden Jahr bis zu 250 Millionen Euro investieren.

Trotz Unsicherheiten über die Entwicklung der Weltkonjunktur und des privaten Konsums zeigte sich Konzernchef Bauer zuversichtlich, auch wenn die Kunden nach wie vor recht kurzfristig bestellten. Die Lager seien leer, und in der Automobilbranche gehe es aufwärts. Die US-amerikanischen Autobauer etwa orderten rege, auch in China gebe es eine erhöhte Nachfrage. «China ist 2009 zum Absatzmarkt überhaupt aufgestiegen», sagte Bauer. Das Industriesegment profitiere zudem durch einen gestiegenen Bedarf an Antrieben für Züge.

In dem Unternehmen tobt derzeit ein Kampf um die Aufsichtsratsspitze. Das Management favorisiert Klaus Wucherer, der bereits seit 1999 im Aufsichtsrat sitzt. Eine oppositionelle Gruppe um den britischen Investor Hermes will den Finanzchef des Autozulieferers ZF Friedrichshafen, Willi Berchtold, durchsetzen.

Er habe keine Hinweise darauf, was Berchtold mit dem Unternehmen vorhabe, sagte Bauer nach Konzernangaben. Den Vorstoß von Hermes wertet der Infineon-Chef nicht als Misstrauenssignal gegen das Management. Vielmehr sei dies Thema der Aktionäre und Aktionärsvertreter. Aufsichtsrat und Vorstand seien klar getrennt, er selbst dürfe sich nicht auf einen Kandidaten festlegen. Der künftige Chef des Kontrollgremiums wird auf der Hauptversammlung am 11. Februar gewählt.

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