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Berlin

Gema bricht Verhandlungen mit YouTube ab

Der Musikrechteverwerter Gema hat die Verhandlungen mit Google über die Bezahlung von Musikvideos auf YouTube abgebrochen.

Gleichzeitig forderte die Gema den Internetkonzern auf, rund 600 «illegal genutzte» Musiktitel beim Videoportal YouTube zu löschen beziehungsweise den Abruf aus Deutschland zu sperren. Man strebe nun eine Branchenlösung an, die man mit den Verbänden der digitalen Wirtschaft verhandeln wolle. Google kritisierte den Abbruch der Verhandlungen durch die Gema.

«Uns geht es nicht darum, die YouTube-Anwender abzustrafen. Wir wollen Google zeigen, was wir könnten, wenn wir wollten», sagte Gema- Direktor Urban Pappi am Montag. Wenn Google die abgemahnten Stücke nicht aus YouTube entferne, behalte man sich weitere Schritte vor. «Wir starten ganz moderat, ohne gigantische Schadenersatzforderungen.» Man wolle nun aber klären, ob Google sich für die Inhalte auf YouTube juristisch verantwortlich fühle.

Google zeigte sich von der Gema-Entscheidung «enttäuscht»: «Je mehr Musik-Videos auf YouTube abgerufen werden und je populärer diese Musik-Videos werden, desto mehr Geld kann YouTube erwirtschaften, um es mit Verwertungsgesellschaften und den von ihnen vertretenen Songwritern zu teilen», erklärte Google. Man könne jedoch nicht erwarten, dass sich YouTube in ein Geschäft begebe, bei dem es jedes Mal, wenn ein Musikvideo abgerufen wird, Geld verliere. «Das ist einfach nicht nachhaltig.»

An dem Vorgehen der Gema gegen YouTube beteiligen sich auch die Verwertungsgesellschaften aus Frankreich (SACEM) und Italien (SIAE) sowie die US-Verbände ASCAP, BMI und SESAC. «Gemeinsam repräsentiert dieser internationale Verbund etwa 60 Prozent des Weltrepertoires», erklärte Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der Gema. Google verwies darauf, dass Verwertungsgesellschaften aus aller Welt Vereinbarungen über YouTube abgeschlossen hätten, «einschließlich solcher in Großbritannien, den Niederlanden, Japan, Korea und weiteren».

Die Gema und Google streiten seit mehr als einem Jahr um einen Verwertungsvertrag. Die Gema fordert eine angemessene Vergütung für Videos der von ihr vertretenen Künstler. Ein vorläufiger Vertrag war Ende März 2009 ausgelaufen. Seitdem erhalten die in der Gema vertretenen Künstler keine Tantiemen mehr von YouTube.

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