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    Barcelona

    Flut von Smartphone-Neuheiten in Barcelona

    Die Playstation im Handy, 3D-Fotos und ein Tablet für superschnelle Datennetze: Der Mobile World Congress in Barcelona (14. bis 17. Februar) geizt nicht mit Neuheiten. Zudem will die Deutsche Telekom nach Kritik an hohen Roaming-Kosten eine Flatrate für das Surfen im Ausland anbieten.

    Mobilfunkfunkmesse Mobile World Congress
    Geizt nicht mit Neuheiten: Der Mobile World Congress in Barcelona.

    Handy-Weltmarktführer Nokia sorgt unterdessen mit einer Milliarden-Zahlung vom neuen Partner Microsoft für Aufsehen. Erst 2012 soll es erste Nokia-Smartphones mit Windows-Software geben, hieß es am Montag.

    Sony Ericssons Spiele-Handy «Xperia Play» fehlt zwar das Wort Playstation im Namen, es ist aber eindeutig eine Kreuzung aus Mobiltelefon und der mobilen Spielekonsole Playstation Portable (PSP). Wenn man das Gerät aufklappt, kommen statt einer Tastatur die gewohnten Bedienelemente der ebenfalls von Sony stammenden PSP zum Vorschein. Mit dem Xperia Play antwortet Sony auf die wachsende Konkurrenz durch Smartphones für mobile Spielekonsolen. Inzwischen gibt es kaum ein Mobiltelefon mehr, das nicht auch Spiele im Angebot hat.

    Der südkoreanische Konkurrent LG Electronics setzt wie Sony auf das Google-Betriebssystem Android - aber auch auf die dritte Dimension. Das «Optimus 3D» sei das erste Smartphone weltweit, das 3D-Inhalte abspielen und aufnehmen könne, sagte Michael Wilmes, Marketing-Manager bei LG Electronics Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa in Barcelona. Damit habe das Unternehmen rund zwei bis drei Monate Vorsprung vor der Konkurrenz. Beim Ansehen der Videos soll der Nutzer ohne Spezialbrille auskommen. Für genügend Inhalte will LG mit einem speziellen 3D-Kanal auf der Video-Plattform YouTube sorgen.

    Der Blackberry-Anbieter RIM will mit Tempo punkten. Der Tablet-Computer Playbook wird in der zweiten Jahreshälfte auch mit einer Unterstützung für die nächste Mobilfunkgeneration LTE auf den Markt kommen, wie das Unternehmen ankündigte. Allerdings gibt es bislang erst vereinzelt LTE-Netze.

    Nokia konnte in Barcelona nur auf Bildern zeigen, wie die Handys mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone aussehen könnten. Der neue Nokia-Chef Stephen Elop will zwar noch in diesem Jahr erste Modelle sehen. Auf den Markt kämen sie aber erst 2012, wie Microsoft bekanntgab.

    Microsoft-Manager Achim Berg zeigte sich überzeugt, dass Nokia einen «sehr starken Start» auf der Windows-Plattform haben werde. Gleichzeitig kündigte Berg eine neue Version des Smartphone-Betriebssystems an. Die Geräte-Hersteller sollen mehr Entscheidungsfreiheit bekommen, zum Beispiel was die Chipsets angeht, die Speicherkapazität oder die Größe des Bildschirms.

    Schlagzeilen machte Elop am Sonntagabend mit der Ankündigung, dass sich Microsoft die Gunst von Nokia Milliarden kosten lasse. Wie viel davon genau als Geld und als sonstige Leistungen fließt, ließ Elop offen. Nokia hatte am Freitag angekündigt, künftig hauptsächlich auf Microsofts Plattform Windows Phone zu setzen.

    Ex-Microsoft-Manager Elop musste sich gegen den Vorwurf verteidigen, nur Aktien seines früheren Arbeitgebers im Portfolio zu haben - aber keine Nokia-Anteile. «Ich bin kein Trojanisches Pferd», sagte er auf die Frage nach Interessenkonflikten. Er habe nach seinem Wechsel von Microsoft zunächst keine Anteile verkaufen dürfen. Nach Ablauf der Haltefrist sei dies wiederum wegen der Allianz-Verhandlungen nicht mehr möglich gewesen.

    Die Telekom will Details zu ihrer neuen Auslands-Flatrate am Dienstag in Barcelona vorstellen. Bisher wurde nur bekannt, dass die Laufzeit bei einer Woche liegen soll. Die EU-Kommission versucht schon seit langem, die Roaming-Kosten in Auslandsnetzen einzudämmen und nimmt nach Telefongesprächen auch die Datendienste ins Visier. Im vergangenen Sommer setzte Brüssel eine automatische Kostenbremse bei 50 Euro pro Monat (zuzüglich Mehrwertsteuer) durch, in Deutschland sind das maximal 59,50 Euro.

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