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Berlin

Facebook checkt in Deutschland ein

dpa

Die Vorstellung klingt ansprechend: Da sitzt man zum Beispiel im Sommer in einem Straßencafé und schaut, ob vielleicht jemand von den Freunden in der Nähe ist.

Nutzen sie den neuen Facebook-Dienst Places (Orte), tauchen sie auf einer Karte auf – dort, wo sie sich zuletzt angemeldet («eingecheckt») haben, möglicherweise ganz in der Nähe.

Die Funktion bereichert die sozialen Kontakte, argumentiert Facebook, denn so kämen eventuell Begegnungen zustande, wo man sich früher einfach verpasst hätte. Doch noch schärfer als bei bisherigen Online-Angeboten stellt sich bei solchen Geodiensten auch die Frage nach dem Schutz der Privatsphäre: Wie stelle ich sicher, dass nur diejenigen meinen Aufenthaltsort sehen können, bei denen ich das auch wirklich will?

Nach heftiger Kritik an dem Umgang mit persönlichen Daten in der Vergangenheit hat sich Facebook diesmal besonders bemüht, alles richtig zu machen. Ein Nutzer muss der Teilnahme an dem Places-Dienst erst aktiv zustimmen. Er kann entscheiden, ob alle oder auch nur handverlesene Freunde den Aufenthaltsort sehen können. Die Firma ist sich der Zweifel bewusst. «Bedenken, dass man über Facebook Orte der ganzen Welt mitteilt, wenn man nicht zu Hause ist, sind deshalb unbegründet», betont Facebook ausdrücklich. Wohl mit Blick auf Ängste, dass zum Beispiel Einbrecher einem die Wohnung ausräumen könnten, wenn man gerade viele Kilometer entfernt eingecheckt hat.

Allen Zweifeln zum Trotz: Mit der Verbreitung von Computer-Handys sind sogenannte ortsbezogene Dienste unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Sie scheinen das Mitteilungsbedürfnis der Menschen zu treffen – und auch den Spieltrieb. Bei Places-Konkurrenten wie Foursquare oder Gowalla kann man auch als eifriger «Einchecker» einen Ehrentitel oder Sonderangebote gewinnen. Facebook verzichtet – zumindest vorerst – auf solchen Spielkram und baut ganz auf soziale Kontakte.

Denn für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sind Geo-Dienste nur Teil einer weitaus größeren Vision: Das ganze Leben mit unsichtbaren Facebook-Drähten zu durchziehen. «Wir versuchen, eine soziale Schicht für alles zu entwickeln», formulierte der 26-Jährige jüngst in einem Interview des Technologie-Blogs TechCrunch. Egal, worum es geht, soll ein Mensch dabei seinen Freunde dabeihaben können, wenn auch virtuell. Dabei ist Zuckerberg ist überzeugt, dass mobile Geräte wie Smartphones dafür schon bald viel wichtiger sein werden als das klassische Web.

Und es geht um Geld – viel Geld. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass in vier Jahren um die 1,13 Milliarden Werbe-Dollar in solche sozialen Geodienste fließen werden – verglichen mit 29,2 Millionen im vergangenen Jahr. Und Facebook mit seinen weltweiten 500 Millionen Nutzern wird davon einen Löwenanteil einsaugen, ist Gartner-Analystin Annette Zimmermann überzeugt. «Wenn sich die kleineren Anbieter nicht einen starken Partner suchen, haben sie keine Chance. Da kann man nicht gegen ankommen.» Sie schätzt, dass drei große Spieler den Markt unter sich aufteilen werden: Facebook, der Suchmaschinenriese Google mit seinen gewaltigen Datenbeständen – und Handy-Weltmarktführer Nokia. Die Finnen versuchen schon seit Jahren, Geo-Dienste auf ihren Handys zu etablieren, allerdings bisher mit geringem Effekt.

Facebook zu Places

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