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Brüssel

EU-Kommission will Kosten für schnelle Internetleitungen drücken

Die EU-Kommission will den Ausbau von schnellen Internetleitungen vereinfachen. Um Europas Haushalte günstiger und unbürokratischer an sogenannte Breitbandnetze anzuschließen, könnten zum Beispiel bestehende Rohre für Energiekabel genutzt werden. Im Kreis Ahrweiler läuft dazu ein Modellversuch.

Ein Router in Betrieb
Die EU-Kommission bemüht sich, um einen raschen Ausbau der Datennetze.
Foto: Heiko Wolfraum – DPA

Brüssel/Ahrweiler – Die EU-Kommission will den Ausbau von schnellen Internetleitungen vereinfachen. Um Europas Haushalte günstiger und unbürokratischer an sogenannte Breitbandnetze anzuschließen, könnten zum Beispiel bestehende Rohre für Energiekabel genutzt werden. Im Kreis Ahrweiler läuft dazu ein Modellversuch.

Die Eigentümer von leeren Leitungsrohren, Schächten und Masten sollen verpflichtet werden, ihre Infrastruktur an Breitbandanbieter zu vermieten. «Wir verlieren derzeit Milliarden Euro bei der Planung von Breitbandnetzen», kritisierte EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes. «Warum sollen wir Geld für etwas ausgeben, was schon da ist?» Teure und lästige Baustellen könnten vermieden werden. Nach Berechnungen der EU-Kommission entstehen 80 Prozent der Kosten beim Breitband-Ausbau durch Bauarbeiten, etwa aufgerissene Straßen.

In Teilen des Kreises Ahrweiler läuft seit Anfang 2012 ein entsprechender Modellversuch: Dort werden in den erbandsgemeinden Altenahr und Adenau 100 Kilometer Leerrohre für Kabel zur Steuerung von Schiebern und Sperren bei der Wasserversorgung auch für den DSL-Ausbau genutzt. Durch die Leerrohre werden Glasfaserkabel für DSL gezogen. Vor den einzelnen Hausanschlüssen wechseln sie in die Wasserleitung. Jeder Haushalt ist ohne größere Erdarbeiten erreichbar. Das Land Rheinland-Pfalz fördert die trinkwasserhygienische Langzeitbeobachtung mit einem Zuschuss.

Auf das Prinzip setzt auch die EU-Kommissarin: Wenn die Telekommunikations-Unternehmen wüssten, wo es schon Rohre gibt, müssten keine unnötigen Leitungen verlegt werden. Sie will die Staaten nun verpflichten, Pläne der bereits bestehenden Infrastruktur etwa für Strom anzulegen. Zudem sollen sich die beteiligten Firmen künftig besser untereinander absprechen. Um unnötige Bürokratie und lange Wartezeiten zu vermeiden, könnte bald eine zentrale Behörde entscheiden, ob bestimmte Masten oder Antennen für den Netzausbau genutzt werden dürfen.

Durch die Vorschriften könnten nach Berechnungen der EU-Kommission bis zu 60 Milliarden Euro Ausbau-Kosten bis zum Jahr 2020 wegfallen. Die Brüsseler Behörde orientiert sich bei ihren Plänen an Verfahren, die in vielen europäischen Ländern – darunter auch Deutschland – bereits angewandt werden. Das Europaparlament und die EU-Länder müssen den Vorschlägen zustimmen.

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