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Berlin

Erst mal keine neue Enthüllungen von WikiLeaks

dpa

Wer in dieser Woche neue WikiLeaks-Enthüllungen über die US-Streitkräfte im Ausland erwartet hat, wurde erst mal enttäuscht.

Nach tagelangen Medienberichten in aller Welt über eine angeblich zum Wochenbeginn geplante Veröffentlichung neuer Geheimdokumente auf der Internet-Plattform teilte Projekt-Gründer Julian Assange mit, die Berichte seien falsch ,und WikiLeaks kündige Veröffentlichungen auch nicht vorher an. Am Dienstag war die Website von WikiLeaks weiterhin nicht zu erreichen, was die Betreiber mit technischen Wartungsarbeiten begründeten.

Die Medienberichte seien alle auf eine Fehlinformation eines Blogs des amerikanischen Magazins «Wired» zurückzuführen, erklärte Assange. Und «Wired» sei «ein bekannter Gegner und Verbreiter von allen möglichen Falschinformationen über WikiLeaks». Hintergrund sei die Kritik von WikiLeaks an «Wired» nach der Festnahme des US-Gefreiten Bradley Manning. Die US-Streitkräfte ermitteln gegen Manning, dem vorgeworfen wird, militärische Dokumente an WikiLeaks weitergeleitet zu haben.

«Nein, wir hassen WikiLeaks nicht», schrieb «Wired»-Autor Kevin Poulsen in einem Blog-Beitrag zu den Vorwürfen. WikiLeaks sei «eine mächtige Organisation, mit wenig Transparenz und Rechenschaftspflichten». Das Magazin werde weiterhin fair und sorgfältig über WikiLeaks berichten.

Das Pentagon teilte mit, es habe eine 120 Mann starke Taskforce für den Umgang mit möglichen WikiLeaks-Veröffentlichungen gebildet. «Wir überprüfen die Dokumente in unseren Datenbanken, was davon Gegenstand der Veröffentlichung sein könnte», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Major Chris Perrine, am Montag in Washington. Ziel der Taskforce sei es, «die möglichen Auswirkungen» zu ermitteln, wenn Wikileaks die Militärakten ins Internet stellen sollte.

WikiLeaks hatte im Juli mit der Veröffentlichung von mehreren zehntausend Militärunterlagen zum Afghanistan-Krieg für Aufsehen gesorgt. Zuvor hatte das Portal ein Militärvideo zu einem Luftangriff im Irak ins Netz gestellt, auf dem zu sehen war, wie Soldaten mehrere Zivilisten töten.

Die schwedischen Behörden verweigerten Wikileaks-Gründer Assange unterdessen die gewünschte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Das bestätigte ein Sprecher der Zuwanderungsbehörde am Dienstag in Stockholm. Gegen den 1971 geborenen Australier ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem skandinavischen Land seit zwei Monaten wegen Verdachts auf Vergewaltigung und sexueller Belästigung von zwei Frauen. Assange hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er halte sie für ein Komplott, um ihn nach der Veröffentlichung der US-Geheimdokumente mundtot zu machen.

Erklärung Assange

Blog-Beitrag «Wired»

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