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Köln/Frankfurt

Durchwachsene Aussichten für Computerspiele-Branche

dpa

Die Computerspiele-Industrie in Deutschland ist erstmals seit Jahren geschrumpft und kann erst ab 2012 wieder auf kräftiges Wachstum hoffen.

Computerspiele
Bei der Gamescom in der kommenden Woche zeigen mehr als 480 (2009: 458) Aussteller aus 33 Ländern Neuheiten. (Archivbild von 2009)

Das geht aus aktuellen Studien des Branchenverbandes BIU sowie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) hervor, die am Donnerstag im Vorfeld der Messe Gamescom (18. bis 22. August) vorgestellt wurden. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz mit Computerspielen im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 632 Millionen Euro gesunken, erklärte der BIU in Köln. Die Stückzahlen schrumpften ebenfalls um 4 Prozent auf 24,7 Millionen verkaufte Einheiten. Für Gesamtjahr erwartet BIU- Geschäftsführer Olaf Wolters «eine schwarze Null». Der BIU ließ die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 25 000 Konsumenten befragen und rechnete die Ergebnisse hoch.

«Besonderes Sorgenkind» seien die mobilen Spielkonsolen: Der Umsatz mit Software für Geräte wie Nintendo DS und Sonys Playstation Portable brach um ein Viertel ein. Grund sei wahrscheinlich, dass es in diesem Bereich schon länger keine großen Neuheiten mehr gegeben habe, sagte Wolters. Rückläufig entwickelten sich auch PC-Spiele. Dagegen gab es bei Titeln für stationäre Videospielkonsolen wie die Xbox von Microsoft oder die Playstation von Sony ein Plus.

Die PwC-Experten kommen zu einer ähnlichen Tendenz. Demnach gaben die Verbraucher im vergangenen Jahr für Spiele-Software und Online- Spiele 2,4 Prozent weniger aus als 2008, bei einem Volumen von insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Das sei der erste Rückgang der Branche seit sieben Jahren, erklärte PwC am Mittwoch in Frankfurt. Für das laufende Jahr sei mit einer minimalen Steigerung um 0,4 Prozent auf knapp 1,81 Milliarden Euro zu rechnen.

Die Differenz zu den BIU-Zahlen erklärt sich vor allem dadurch, dass PwC nicht nur Datenträger, sondern auch den Download von Software sowie Online-Spiele berücksichtigt.

«Viele Konsumenten übten sich in Zurückhaltung, und auch Spielehersteller brachten aufgrund des schwierigen Marktumfelds weniger neue Titel auf den Markt», erklärte PwC-Experte Werner Ballhaus. Für 2011 erwartet PwC ein Wachstum von 1,5 Prozent, ab 2012 aber auch wieder Wachstumsraten von mehr als fünf Prozent. Die stärksten Impulse sollen dabei vom Online-Spielen ausgehen, gerade auch im mobilen Internet.

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