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Berlin

Datenschutzbeauftragte: „Datenschutz als Geschäftsmodell“

dpa

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat in Berlin auf die große Bedeutung des Datenschutzes bei der Digitalisierung verwiesen.

Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff
Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.
Foto: Bernd von Jutrczenka – dpa

„Ohne Datenschutz wird die Digitalisierung nicht gelingen“, sagte Voßhoff auf einer Veranstaltung zum Thema Ethik und Digitalisierung. Er sei eine Kernkompetenz Deutschlands.

Die Bundesrepublik habe es jedoch bislang nicht vermocht, aus dieser Kompetenz einen Vorteil zu ziehen. Wäre er in den USA erfunden worden, würde er heute vermutliche ein Exportschlager sein. „Warum machen wir aus dem Datenschutz nicht ein Geschäftsmodell?“, fragte sie.

Dass der Datenschutz bei der fortschreitenden Digitalisierung von großer Bedeutung ist, war in der Debatte unter Vertretern aus Politik und Wirtschaft unbestritten. Zu strikte Regulierungen würden vielfach Hürden für neue Entwicklungen aufbauen, meinte Christoph Meinel, Leiter des Hasso-Plattner-Instituts. Als Beispiel nannte Meinel interaktive Lernsoftware etwa für das Vokabel-Training, die sich den aktuellen Lernerfolg der jeweiligen Schüler inzwischen merken kann. „Ein Lehrer, der eine solche Software im Unterricht einsetzt, macht sich datenschutzrechtlich strafbar“, sagte der Informatiker. „Das ist eine Konsequenzen des gelobten Datenschutzes.“

Ein Lehrer hätte ebenfalls Probleme, wenn er für eine Klassenfahrt einen schadhaften und nicht vom TÜV geprüften Bus buchen würde, konterte Voßhoff. Das sei ein durchaus vergleichbarer Fall. „Ich hätte empfohlen, sich die Software vorher einmal anzuschauen.“

Handelt Deutschland bei der Digitalisierung überhaupt zu zögerlich und gerät damit in Gefahr, international abgehängt zu werden? Diese seit Jahren diskutierte These habe heute „leider“ noch immer Bestand, konstatierte Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Bürgermeister von Hamburg.

Dabei werde sich die Digitalisierung nicht stoppen lassen, „ebenso wenig wie die Erfindung des Rades“. „Wir wissen nicht genau, wohin das führt, müssen aber lernen, damit umzugehen“, sagte Meinel. Wir hätten aber nun die Chance, die Zukunft mitzugestalten.

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